Meldungen beim Naturschutzbund

Kraniche fliegen in den Süden

Abreise: In den vergangenen wieder Kraniche über den Kreis. Es gab allerdings keine so gute Sicht wie auf dem Foto, wo sich zwei verschiedene „Flieger“ kreuzen. Foto: Kalden

Waldeck-Frankenberg. Bereits Mitte Oktober konnte mit dem spektakulären Durchzug von Kranichen gerechnet werden. Doch offenbar wegen des neblig-trüben Wetters und der für die Kraniche als Gegenwind vorherrschenden Südwestwinde gab es bisher nur wenige Beobachtungen von Kranichen über dem Kreis.

Nachdem am 28. Oktober aus Südhessen ein massiver Kranichzug gemeldet wurde, gab es nun am 9. und 10. November auch im Kreis einige Sichtungen, die auf der NABU-Homepage www.nabu-waldeck-frankenberg.de/Beobachtungen nachzulesen sind. Dort kann jeder Beobachtungen eingeben. Dabei sollten Datum, Name des Beobachters, Ort und Zeit der Beobachtung sowie die gezählte oder geschätzte Anzahl der Tiere eingetragen werden.

Am 9. November wurden über Bromskirchen zwischen 21 und 22 Uhr viele Kraniche gehört. Weitere Meldungen gingen aus Rhena und Berndorf ein, wo die Kraniche um 13.50 und 17.30 Uhr gesehen und gehört wurden. Am 10. Oktober wurden um 16.20 Uhr bei neblig-trüber Wetterlage in Frankenberg noch einmal Kraniche gehört. Sie alle streben ihren Winterquartieren, meist in der Estremadura in Spanien, zu.

Zehntausende auf dem Weg

Wie einschlägigen Informationen im Internet zu entnehmen ist, gibt es mindestens drei wichtige Rastplätze für Kraniche in Deutschland, wo sie sich vor ihrem Flug in den Süden sammeln. Viele sind bereits von diesen abgeflogen, dennoch harren nicht wenige dort noch aus. So wurden am 26. Oktober in der Boddenregion Darß-Rügen an der Ostsee, einem der wichtigsten Rastplätze in Mitteleuropa, 29 000 rastende Kraniche meist von Kranich-Rangern geschätzt. Am 1. November waren es dort nur noch 10 000. Bei Linum in der Rhin-Havelluch-Region, westlich von Berlin, werden die größten Kranich-Zahlen im Binnenland erreicht, 7. Oktober geschätzte 130 000. Am 28. Oktober waren es noch 72 000.

Ein jüngeres Rastgebiet liegt im Diepholzer Moor. Dort gab es in jüngster Zeit sogar noch eine Zunahme rastender Kraniche, am 26. Oktober rasteten 50 000 dort, am 2. November wurden sogar 104 000 geschätzt. So ist zu hoffen, dass bei aufklarendem Himmel und einsetzenden östlichen Winden, die energiesparenden Rückenwind für die Kraniche bedeuten, doch noch weitere Kraniche, im Volksmund „Schneegänse“ genannt, über dem Kreis in den Süden fliegen. (zqa)

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