DGB: Mini-Jobber profitieren vom Mindestlohn

Waldeck-Frankenberg. Viele der 15.000 Teilzeitbeschäftigten und 14.500 Mini-Jobber im Kreis profitieren vom Mindestlohn.

So lautet die Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB). Seit 1. Januar gilt der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde.

Auch viele Vollzeitbeschäftigte werden nach Ansicht der Gewerkschaft mehr Lohn erhalten: In Waldeck-Frankenberg mussten bisher 3200 Vollzeitbeschäftigte mit weniger als 8,50 Euro Stundenlohn auskommen. Das entspreche weniger als 1500 Euro Brutto im Monat. Genauere regionale Angaben seien mangels statistischer Grundlagen nicht möglich. Der Gewerkschaftsbund rechnet damit, dass landesweit zwei Drittel der Mini-Jobber profitieren.

Doch der Mindestlohn kommt nicht überall gut an. Gerlinde Scriba, Vorsitzende des Hotel- und Gaststätten-Verbandes Korbach-Willingen, geht davon aus, dass er gerade kleinen gastronomischen Betrieben zu schaffen macht. Sie hätten bisher oft 7,50 oder 8 Euro gezahlt. „Für die Betriebe bleibt jetzt schon wenig übrig“, sagt Scriba. Problematischer als die Entlohnungsregelungen seien die Bestimmungen zur Arbeitszeiterfassung. Sie bedeuteten einen deutlichen Mehraufwand. Für Familienbetriebe, bei denen mal die Tochter, mal die Tante oder der Schwiegersohn helfe, sei das schwierig. Auch für Saisonbetriebe mit Stoßzeiten seien die Vorgaben nicht umsetzbar.

Im Handwerk seien die Auswirkungen bislang kaum spürbar. „Es bleibt nur noch eine Restmenge an Handwerksberufen, für die der Mindestlohn neu kommt. Daher ist noch unklar, wie sich die neue Regelung auswirkt“, so Gerhard Brühl, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Und DGB-Kreisvorsitzender Manfred Abt weist darauf hin, dass tarifliche Branchen-Mindestlöhne gültig bleiben. Sie dürften nicht mit Hinweis auf den gesetzlichen Mindestlohn gekürzt werden. (akl/che/ber)

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