Beeinträchtigungen befürchtet

Gefahr für Vögel: NABU lehnt Südlink-Stromtrasse ab

Waldeck-Frankenberg. Vertreter aller Ortsgruppen im NABU-Kreisverband beschlossen eine Resolution gegen Planungen der West-Stromtrasse, da sie erhebliche Beeinträchtigungen verschiedener Vogelschutzgebiete befürchten.

Der mögliche Trassenverlauf längs durch den „Langen Wald“ durchschneide eines der größten geschlossenen Waldgebiete im Kreis Waldeck-Frankenberg. Dort müsste Wald auf einer Breite von rund 100 Metern gerodet werden.

Im Bereich Edertal-Böhne bis Edertal-Bergheim kreuzt der Trassenverlauf mit seinen 70 bis 80 Meter hohen Masten, die im Abstand von 300 bis 400 Metern stehen, einen der bedeutendsten Vogelzug-Korridore im Kreis Waldeck-Frankenberg. Der in Süd-West-Richtung verlaufende Korridor führt zu den EU-Vogelschutzgebieten „Kellerwald“ und „Altes Feld bei Dainrode“. Die westliche Trassenvariante würde deren Bedeutung als überregional wichtige Rastplätze beeinträchtigen, betont der NABU-Kreisvorsitzende Heinz-Günther Schneider.

Von dem Aussichtspunkt Schwedenschanze (Busemanns Köppel) bei Altwildungen lasse sich ein großer Bereich des potentiellen Trassenverlaufs überblicken. Insbesondere vom Kranich- und Greifvogelzug haben NABU-Mitglieder während von Zug-Planbeobachtungen für Waldeck-Frankenberg Maximalzahlen ermittelt. Beispielhaft nenne sie 13.465 Kraniche am 19. Oktober 2013 oder 292 Rotmilane am 26 Oktober 2012 oder 577 Wespenbussarde am 29. August 2010.

In dem Bereich zwischen Bergheim und Anraff kreuzt die Trasse das FFH-Gebiet „Untere Eder“ und das EU-Vogelschutzgebiet Ederauen . Außerdem sei das Naturschutzgebiet „Ederauen zwischen Bergheim und Wega“ betroffen.

Die Erfahrungen mit zahlreichen verendeten und verletzten Großvögeln an einer 380 KV-Leitung im Bereich des EU-Vogelschutzgebietes „Stausee von Affoldern“ würden zeigen, dass die Südlink-Stromtrasse einen erheblichen Eingriff in die Schutzgebiete der Ederauen bedeuten würde, ergänzt der Edertaler NABU-Vorsitzende Wolfgang Lübcke. Betroffen wären die Erhaltungsziele der Brutvogelarten wie Weißstorch oder Zug- und Rastvogelarten, darunter Fischadler, Singschwan und Zwergsäger.

Die West-Trasse durchschneide den Naturpark Kellerwald-Edersee und führe in unmittelbarer Nähe am Nationalpark Kellerwald-Edersee vorbei. Besucherbefragungen wie zuletzt das Besuchermonitoring im Nationalpark zeigten, dass das Naturerlebnis für die Gäste der Region von herausragender Bedeutung sei. „Das Landschaftsbild in unmittelbarer Nähe des Nationalparks sollte deshalb nicht durch die SüdLink-Stromtrasse beeinträchtigt werden“, sagen die NABU-Sprecher.. Die Stromtrasse würde die Qualität der Region Kellerwald/Edersee als herausragende Tourismus-Region dauerhaft mindern. (nh/ukl)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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