Ausreichend Wohnraum für Flüchtlinge im Kreis

Kein Bedarf: FDP fordert, Wohncontainer wieder zu verkaufen

So sehen Sie aus: Die Stadt Frankenberg hat fünf ihrer Wohncontainer für Flüchtlinge an der Ruhrstraße aufgestellt. Foto:  Paulus

Waldeck-Frankenberg. Weil im Landkreis noch immer kein einziger Flüchtling in den 86 Wohncontainern wohnt, die im vergangenen Jahr in Litauen bestellt wurden, fordert die FDP-Kreistagsfraktion nun, die "Mobile Homes" wieder zu verkaufen.

Angesichts der Flüchtlingswelle, die im letzten Jahr auch über Waldeck-Frankenberg hereinbrach, hatte der Landkreis für rund 1,6 Millionen Euro aus Litauen 86 Wohncontainer für Flüchtlinge bestellt, die auf die Städte und Gemeinden verteilt wurden. Anliefern, schnell anschließen und einziehen, so war seinerzeit der Plan.

Doch so einfach war es nicht, wie sich in der Praxis herausstellten sollte, denn die Versorgungs-Installationen entsprachen nicht den deutschen Normen. Bislang jedenfalls wohnt nicht ein einziger Flüchtling in einer der beweglichen Unterkünfte.

Zurzeit steht im Landkreis ausreichend Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung. Die FDP-Kreistagsfraktion fordert daher den Stopp der laufenden Wohncontainer-Umrüstungen, um nicht zusätzliche Kosten entstehen zu lassen. Außerdem fragen die Freien Demokraten, was mit den Containern überhaupt geschehen soll.

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Bisher hat der Landkreis die Kosten für Anschaffung und Umrüstung alleine getragen, derzeit würde dieser Aufwand aber über die Kostenerstattung auf die Städte und Gemeinden umgelegt, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP im Kreistag, Heinrich Heidel (Vöhl). Die betroffenen Kommunen erhalten nach FDP-Informationen nicht den aktuellen von der Landesregierung genehmigten Kostensatz pro Tag und Flüchtling. Dies gelte so lange, bis die Containerkosten ausgeglichen seien.

Die Freien Demokraten halten es für vernünftiger, wenn der Landkreis die Kosten auf einen Schlag aus dem Ausgleichsstock für Flüchtlinge begleichen würde, den er vom Land erhalten habe. Dies eröffne auch die Möglichkeit, sich nach Interessenten für die leer stehenden Wohncontainer umzusehen, meint Fraktionsvorsitzender Dieter Schütz (Willingen).

Nach Ansicht der FDP sollte in dieser Sache schon jetzt und nicht erst nach der konstituierenden Sitzung des neuen Kreistages am 2. Mai entschieden werden. 

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