Geldstrafe: Kopfnüsse verteilt, Polizisten als "Bullenschweine" beschimpft

Foto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Betrunken hatte er randaliert und Freunde angegriffen, später Polizeibeamte als „Bullenschweine" und „Arschlöcher" beschimpft.

Dafür musste sich ein 25-Jähriger vor dem Korbacher Amtsgericht verantworten.

Schon um Mitternacht habe er vor der Tür gestanden und gebrüllt, berichtete die Ex-Freundin des Angeklagten von der Nacht im Mai 2014. Um kurz vor 4 Uhr war er dann wieder zurück. Sie habe ihn gebeten zu gehen, berichtete die 22-Jährige. Doch ihr Ex blieb und brüllte weiter. Sie rief daraufhin die Polizei, doch bevor die Beamten eintrafen, war der Angeklagte in die Wohnung gelangt. „Er kam direkt auf mich zu und hat mich als Verräter bezeichnet“, berichtete ein Zeuge. Der Mann wollte den Angreifer festhalten, doch der verpasste ihm eine Kopfnuss. Das Nasenbein war angebrochen, bestätigte das Krankenhaus.

Dass das Wohnzimmer verwüstet war, Flaschen und Gläser auf dem Boden lagen, sagte ein Polizeibeamter aus. Mit einem Kollegen war er nachts in das Haus gekommen. Sie wollten den aggressiven jungen Mann festnehmen, doch der stieß sich so heftig von einer Wand ab, dass er zusammen mit den Polizisten rücklings in einen Schrank fiel. „Die ganze Zeit über hat er uns beleidigt“, sagte der Polizist. Außerdem habe er gedroht, die Beamten „kaltzumachen“. An der Polizeiwache angekommen, ging der Festgenommene stiften. Weit kam er allerdings nicht, denn er stürzte auf einer nahen Wiese.

Der Angeklagte wusste vor Gericht lediglich zu berichten, dass er vor dem Haus seiner Ex-Freundin getrunken hatte. Erst kurz vor der Tat hatte sich das Paar getrennt, das einen gemeinsamen Sohn hat. An das Gerangel in der Wohnung und den Ärger mit der Polizei könne er sich nicht erinnern, sagte er. „Ich habe mich selbst erschrocken, als ich es gehört habe“, sagte er. Ein Bluttest bescheinigte später, dass er zur Tatzeit zwischen 1,84 und 2,48 Promille Alkohol im Blut hatte. Vor Gericht entschuldigte er sich bei den Polizisten. „So etwas wird sicher nicht mehr vorkommen.“

Die Staatsanwältin sprach von einem „explosiven Gemisch aus Eifersucht und Alkohol“. Das Gericht folgte beim Urteil der Forderung der Staatsanwältin: 90 Tagessätze zu je 15 Euro muss der junge Mann zahlen, ebenso die Gerichtskosten. (ren)

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