Seit fünf Monaten leer

Waldeck-Frankenberg: 86 Flüchtlings-Container noch nicht bewohnt

+
An der Ruhrstraße in Frankenberg: Die Stadt hat hier fünf ihrer zehn Wohncontainer aufgestellt, sie werden derzeit an die Ver- und Entsorgung angeschlossen. Die anderen fünf Container für Frankenberg stehen an der Ederberglandhalle.

Waldeck-Frankenberg. Von den 86 Wohncontainern, die 17 der 22 Kommunen im Landkreis zur Unterbringung von Flüchtlingen gekauft haben, ist noch keiner dem Landkreis als bezugsfertig gemeldet worden.

Dies teilte der Kreis auf Nachfrage mit. Es ist ruhig geworden um die Wohncontainer in unserem Landkreis. Im vergangenen Herbst wurden sie angesichts steigender Flüchtlingszahlen eilig in Litauen bestellt und über Nacht als Schwertransporte in unseren Landkreis gebracht. Die 17 Städte und Gemeinden, die sich an der Sammelbestellung der 86 Mobile-Homes beteiligt hatten, mussten sich entscheiden, wo sie aufgestellt werden: auf Festplätzen, neben Hallen oder in Gewerbegebieten, zum Beispiel.

Und dort stehen sie nun, sind aber nach wie vor nicht bezugsfertig. Strom, Wasser, Abwasser und Heizung mussten installiert oder nachgerüstet werden, und für die Wintermonate waren die kleinen Häuschen, die man als Ferienwohnungen von Campingplätzen kennt, nicht genug gedämmt. Dem Landkreis, der die Flüchtlinge an die Kommunen verteilt, wenn diese freien Wohnraum melden, liegt - Stand Mittwoch - noch keine Meldung eines bezugsfertigen Containers vor. Etwa 400 Menschen könnten insgesamt in den Wohncontainern untergebracht werden.

„Der Stand der Herstellung der Container ist in allen Kommunen unterschiedlich, da an jedem Standort unterschiedliche Voraussetzungen herrschen. Aus diesem Grund kann auch nicht exakt vorhergesagt werden, wann die Container fertiggestellt werden“, teilte Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker mit. Junker ist beim Thema Flüchtlinge Sprecher der Bürgermeister im Südkreis, unsere Anfrage zu den Containern hat er für seine Kollegen Heß aus Frankenberg und Junghenn aus Allendorf mitbeantwortet.

Um die Container nach deutschem Standard für einen Einzug vorzubereiten, müssten grundsätzlich folgende Arbeiten durchgeführt werden, zählt Junker auf:

• Aufstellplatz: Erdarbeiten; Verlegung von Versorgungsleitungen im Boden (Wasser, Gasleitung, Elektoleitungen); Versorgungscontainer; Tank (Öl, Gas).

• Container: Installation Gastherme, Elektroschrank und Waschmaschinen im Versorgungscontainer; Verlegung Versorgungsleitungen; Einbau Heizgeräte und Elektroherd; Treppe zum Wohncontainer; Verkleidung der Wohncontainer gegen Wind und Kälte.

Diese „Ertüchtigung“ der Container dauere bis zur Inbetriebnahme etwa vier Wochen, teilte der Landkreis mit. Die Bürgermeister hätten sich entschieden, sagt Junker, die Kosten für die Instandsetzung nicht zu nennen, ehe die Schlussrechnung vorliege, „da die Kosten in der jetzigen Phase variabel sind und je nach Standort differieren“.

Die Container sind übrigens Eigentum der jeweiligen Kommune. Die Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro für die Anschaffung hatte zunächst der Landkreis übernommen. Dazu teilte Kreissprecher Dr. Hartmut Wecker mit: „Der Landkreis hat vorlageweise die von den Städten und Gemeinden georderten Container bezahlt. Die Städte und Gemeinden haben diese Ausgaben zu erstatten. Das kann direkt durch die Zahlung an den Landkreis erfolgen.“ Es bestehe aber auch die Möglichkeit, den Betrag mit der Pauschale zu verrechnen, die die Kommunen pro Flüchtling vom Kreis bekommen. Details dazu würden mit den Bürgermeistern in Kürze festgelegt.

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.