Weite Wege: Kleinkinder werden oft außerhalb des Landkreises behandelt

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Waldeck-Frankenberg. Viele Eltern in haben einen weiten Weg zur nächsten Kinderklinik. Babys und Kleinkinder werden bei Notfällen im Landkreises erstversorgt und dann nach Kassel, Paderborn oder Marburg verlegt.

7450 Notfälle gab es im vergangenen Jahr in Waldeck-Frankenberg, 224 davon betrafen Babys und Kinder bis sechs Jahre. Das verzeichnete die Leitstelle beim Landkreis.

Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notärzte müssen Hilfe leisten. „Jeder, der einen Notfall bemerkt, ist zur Hilfeleistung verpflichtet“, sagt die Kreisverwaltung. Dazu zähle es, den Notruf abzusetzen und Erste Hilfe zu leisten.

Zur Behandlung müssen Babys und Kleinkinder mit medizinischen Notfällen in ein kindermedizinisches Zentrum wie Kassel. Zu solchen Notfällen zählen auch Magen-Darm-Infekte, Austrocknung, Bronchitis oder Lungenentzündungen, erklärt Gisa Stämm, Sprecherin der Gesundheit Nordhessen, zu der das Klinikum und auch das Bad Arolser Krankenhaus gehören. Kinderchirurgen in Kassel behandeln mit Kinderanästhesisten Kinder aus den umliegenden Landkreisen wie Waldeck-Frankenberg mit Knochenbrüchen, Schädelhirntraumen, Leistenbrüchen, Blinddarmentzündungen und anderen Krankheiten. Außerdem werden dort auch angeborene Fehlbildungen operiert. Im Krankenhaus Bad Arolsen zum Beispiel werden kleine Kinder bei Notfällen erstversorgt und dann wenn nötig in ein Zentrum verlegt.

Neugeborene mit gesundheitlichen Problemen holt der Babynotarztwagen des Arbeiter-Samariter-Bundes aus Kliniken in den nordhessischen Landkreisen ins Klinikum Kassel. Der Babynotarztwagen hat von Kassel aus rund 100 Einsätze jährlich, einige davon nach Waldeck-Frankenberg.

Hintergrund 

Bei kranken Babys und Kleinkindern sind meist die niedergelassenen Kinderärzte im Landkreis Ansprechpartner. Zudem gibt es die zentrale Notrufnummer 116117, über die Patienten eine Zentrale in Kassel erreichen, wenn sie abends, nachts oder an Wochenenden gesundheitliche Probleme haben. Medizinisches Fachpersonal berät die Patienten beziehungsweise bei Kindern die Eltern. Im Zweifel wird dann auf die nächste Kinderklinik wie in Kassel, Paderborn und Marburg verwiesen. Bei Notfällen gilt wie immer die Rufnummer 112. Darüber erreichen Betroffene die Leitstelle, die bei Bedarf medizinisches Fachpersonal wie Rettungssanitäter und Notärzte schickt.

 

Weitere Informationen und ein Experten-Gespräch zu diesem Thema finden Sie auf der Gesundheitsseite der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Waldeck-Frankenberg.

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