Bürgermeister: "Die Anlagen sorgen für mehr Sicherheit."

Weniger Einnahmen: Blitzer an B252 bleiben trotzdem stehen

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Blitzer an der B 252 in Wetter: Hier gilt nachts Tempo 30. 

Waldeck/Frankenberg. 22 stationäre Blitzer stehen an den Bundesstraßen B 252 und B 3 zwischen Diemelstadt-Rhoden und Marburg, die meisten davon im südlichen Abschnitt der knapp 100 Kilometer langen Strecke.

Gab es kurz nach dem Aufstellen vor zirka fünf Jahren enorm viele geblitzte Fahrzeuge, gehen längst an allen Anlagen die Fallzahlen zurück. Dennoch wollen die Kommunen die Geräte nicht abbauen, wie sie auf Anfrage erklärten.

Nur die Stadt Wetter hat jetzt zwei Geschwindigkeits-Messanlagen in Todenhausen abmontiert - auf Druck der Bewohner. Denn viele Autofahrer kannten die Standorte genau, fuhren vor und hinter den Radar-Stelen zügig und bremsten nur kurz davor ab. Das sorgte für mehr statt weniger Lärm.

„Und damit wird im Sinne der Verkehrssicherheit wenig erreicht“, sagt Martin Segeler vom Ordnungsbehördenbezirk Bad Wildungen. Der Zusammenschluss von Kommunen ist für die mobile Verkehrsüberwachung im Raum Bad Wildungen und südlichen Waldeck-Frankenberg zuständig. Den Betrieb stationärer Anlagen hält Segeler „nur ausnahmsweise für zielführend, wenn an einer ganz bestimmten Gefahrenstelle punktuell eine Geschwindigkeitsreduzierung erreicht werden soll“, sagt er auf Anfrage. Und er führt noch einen Einwand an: „Die Aneinanderreihung von stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen könnte den Eindruck vermitteln, dass der Gast in unserer Region, die vom Tourismus lebt, nicht willkommen ist.“

Die Bürgermeister, die an der B 252 Blitzer aufgestellt haben, halten an den Geräten fest und argumentieren ähnlich wie ihr Burgwalder Kollege Lothar Koch: „Die Anlagen sorgen für mehr Sicherheit. Es wird generell langsamer gefahren.“ Die meisten von ihnen erzielen Einnahmen aus Bußgeldern, der Ordnungsbehördenbezirk hingegen nicht.

So haben sich die Einnahmen durch die Radargeräte in den Kommunen entlang der B 252 entwickelt:

• Die Gemeinde Münchhausen verzeichnete 2011, als sie die stationären Blitzer an der B 252 installierte, allein von Juni bis Dezember 28.500 Geschwindigkeitsüberschreitungen. 2015 waren es noch 8500 Fälle.

• Die Stadt Wetter zählte 2012: 65.650 Fälle, 2015: 16.404 Fälle.

• In der Gemeinde Burgwald waren es 2012 an drei Blitzern 14.800 Fälle , 2015 an vier Blitzern 8708 Fälle.

• In Herzhausen waren es an den beiden Geräten 2011 insgesamt 29.535 Fälle, 2015: 6402.

• In Twistetal: 2015 7584 Fälle (keine Vergleichszahl)

• In Diemelstadt: 2015: 8817 Fälle, 30 Prozent weniger als 2014.

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