Waldeck-Frankenberg

Landkreis unterstützt Kommunen bei Kastrationspflicht für Katzen

Waldeck-Frankenberg. Freilaufende Katzen sollen kastriert, gekennzeichnet und registriert werden. Das will der Landkreis erreichen, indem er die Städte und Gemeinden dabei unterstützt, Katzen-Schutzverordnungen einzuführen.

Laut einer Änderung des Tierschutzgesetzes wird das nun möglich.

Die Tierheime in Waldeck-Frankenberg nehmen jedes Jahr mehr Katzen auf und beklagen, dass diese sich stark vermehren und Krankheiten verbreiten. In Frankenberg sind in diesem Jahr 400 Katzen ins Tierheim gekommen. Vor zehn Jahren waren es noch 150, sagt Barbara Wachtendorf. Katzen seien extrem fruchtbar und gebären bis zu dreimal im Jahr mindestens drei Junge. Viele der Katzen würden überfahren. „Manche Halter denken, es regelt sich von selbst“, sagt Wachtendorf. „Doch die Menschen entledigen sich der Verantwortung.“

„Wir wollen mit anderen Tierschutzvereinen die Initiative ergreifen“, sagt Daniela Nürnberg vom Tierhaus der Stiftung „Arche KaNaum“ in Mengeringhausen. Eine Kastrationspflicht sei dringend erforderlich, damit freilebende Katzen sich nicht weiter vermehren.

Allerdings planen die Städte und Gemeinden im Landkreis noch keine Kastrationspflicht. Die meisten sehen rechtliche Bedenken bei einer solchen Verordnung. „Zudem sehe ich keine Möglichkeit, die erforderlichen Ressourcen für die Überwachung und Administration einer solchen Regelung bereitzustellen“, sagt Jürgen van der Horst, Bürgermeister der Stadt Bad Arolsen. Das sieht die Stadt Korbach ähnlich. Bürgermeister Klaus Friedrich sagt, dass eine landesweite tierschutzrechtliche Verordnung sinnvoller wäre, als wenn die einzelnen Kommunen sich darum kümmern müssen.

Auch die Stadt Frankenberg sei dieser Auffassung und warte zunächst die Gesetzgebung ab, sagt Wolfgang Danzeglocke aus dem Magistrat.

Hintergrund

In Paderborn müssen Freigängerkatzen ab dem 5. Lebensmonat kastriert werden, damit sie sich nicht vermehren. Die Stadt argumentiert, dass die Katzen dadurch gesünder bleiben, weil ohne Geschlechtsverkehr und Revierkämpfe weniger Gefahr bestehe, dass die Tiere sich Krankheiten einfangen. Eine Katze, die frei draußen laufen darf, würde sich vermehren und könne zweimal im Jahr 4 bis 6 Junge zeugen. Die Nachkommen könnten ab 6 Monaten wieder neue Katzen zeugen. Auch die Stadt Kassel hat beschlossen, eine Pflicht zur Kastration einzuführen, da die Zahl herrenloser Katzen im Stadtgebiet steige und für Tierheime hohe Kosten anfallen.

Von Stefanie Rösner

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