EDV-Schulungen für Bauern werden angeboten

Landwirte: Anträge für EU-Flächenprämie nur noch digital

Waldeck-Frankenberg. Neuland für viele Landwirte in Waldeck-Frankenberg: Ab diesem Jahr müssen die Anträge für EU-Flächenprämien digital gestellt werden.

Rund 2200 Landwirte in Waldeck-Frankenberg bekommen in diesen Tagen Post, über die die wenigsten erfreut sein werden: In dem Brief steckt ein USB-Stick. Ab diesem Jahr müssen die Anträge für Flächenprämien von der EU digital gestellt werden. Das ist für viele Neuland. Bisher war noch Papier zugelassen. Auf rund 20 Seiten füllten die Bauern aus, was sie auf welchen Flächen angebaut haben, und zeichneten die Schläge auf Luftbildern ein. 2175 Bauern im Kreis haben 2015 die EU-Förderung erhalten - insgesamt Zahlungen von bis zu 28 Millionen Euro. „Nur 690 von ihnen nutzten bereits die Möglichkeit, den Antrag digital auf einer CD zu stellen“, sagt Karlfried Kukuck vom Fachdienst Landwirtschaft des Kreises.

„Die EU-Kommission fordert die digitale Antragstellung. In Hessen wird dies 2017 umgesetzt. Andere Bundesländer haben dies bereits in den Vorjahren getan“, erläutert er weiter. Der Fachdienst bietet Schulungen an, in denen erläutert wird, wie das Computer-Programm funktioniert, wie man zum Beispiel mit Maus und digitalem Lasso statt mit Lineal und Bleistift die Schläge einzeichnet.

Die Kreisbauernverbände stellen sich auf „einen Tsunami“ an Hilfsanfragen ein, sagt der Frankenberger Geschäftsführer Matthias Eckel. „Wir haben in Frankenberg drei und in Korbach fünf externe Kräfte gewonnen, die mit den Landwirten die digitalen Anträge ausfüllen werden, allerdings gegen einen Kostenbeitrag.“

Der digitale Antrag sei gerade für kleine Betriebe und ältere Landwirte eine Belastung, bedauert Eckel. „Aber generell lässt sich die Digitalisierung nun mal nicht aufhalten.“ Einen Vorteil habe das neue Verfahren: Für jeden Betrieb sind in dem Programm schon zahlreiche Daten vorinstalliert. Es müssen nicht alle Flächen immer wieder neu eingezeichnet werden.

EU zahlt Bauern Ausgleich

Die EU-Ausgleichszahlungen wurden 2005 eingeführt, als die staatlichen Stützen für Getreidepreise wegbrachen und die Landwirte damit dem Weltmarkt ausgesetzt sind. „Als Ausgleich dafür, dass Bauern hierzulande höheren Standards unterliegen, etwa beim Naturschutz oder bei der Düngeverordnung, als in den meisten Teilen der Welt“, sagt Matthias Eckel vom Bauernverband. Die Zahlungen sind auf die landwirtschaftlichen Flächen und ihre Nutzung bezogen. Das Ganze wird „Gemeinsame Anträge“ genannt, weil sich die Förderung aus Bausteinen zusammensetzt. Die Basisprämie: Je Hektar beihilfefähiger Fläche gibt es für 2016 etwa 160 Euro.

Rubriklistenbild: © dpa

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