Lebensraum mit Stil

+
Bauleiter Jürgen Kepplin vor dem frisch sanierten Kirchenkreisamt: Alt- und Neubau hat er zu einem reizvollen Ensemble vereint. Die Architektur gefällt mit stilistischen Gegensätzen.

Das Kirchenkreisamt steht am kommenden Sonntag zum Kennenlernen offen. Das rot gestrichene, denkmalgeschützte Klinkerhaus neben der Kilianskirche ist in eineinhalb Jahren komplett saniert worden.

VON ACHIM ROSDORFF

Im optischen Kontrast dazu steht der weiße Anbau im modernen Stil. Auch innen ist alles neu, hell und freundlich gestaltet.

Download

pdf der Sonderseite Kirchenkreisamt Korbach

Der Betrieb im runderneuerten, 1897 errichteten ehemaligen Pfarrhaus mit Anbau läuft bereits seit Montag, 2. November. Die 50 Mitarbeiter (47 für das Kirchenkreisamt, zwei für das Dekanat und einer für die Stadtkirchengemeinde) waren während des eineinhalbjährigen Umbaus bis Ende Oktober in der ehemaligen Polizeistation in der Hagenstraße einquartiert. „Alle freuen sich nun über die neu gestalteten Räume, denn diese haben wesentlich mehr Platz und bieten viel bessere Arbeitsbedingungen. Dazu tragen die neuen EDV-Anlagen und ergonomisch perfekten Büromöbel bei“„ sagt Amtsleiter Bernd Merhof und führt durch das Haus:

Durch den Haupteingang im Anbau gelangt man über wenige Stufen oder per Fahrstuhl hinab zum Erdgeschoss mit Amtsleitung, Empfang, Dekanat, Fachbereich Diakonie und Stadtkirchengemeinde. Darüber, im ersten Stock, ist der größte Bereich, das Finanzwesen, eingezogen. Im zweiten Geschoss sind die Fachbereiche Personalabteilung und Bauwesen untergebracht. Unter dem Dach arbeiten Bau- und Liegenschaftsamt. Im Keller befinden sich Besprechungsraum, Teeküche, Abstellräume und Toiletten. Das Gebäude hat insgesamt 51 Räume, davon 26 Büros.

Schöne Kontraste

Optischer Clou ist der Übergang von Alt- zu Neubau, eine gläserne Brücke mit viel Stahl und großen Fensterflächen. Angrenzend die perfekt erhaltene, sichtbare Außenwand des alten Hauses, die samt Klinkerstein und Fensterrahmen einen schönen Gegensatz zum modernen Anbau bildet und wohnliche Atmosphäre im Flur zaubert. Aber auch andere historische Details wie beispielsweise die Türrahmen wurden erhalten. Selbst die neuen Eichenholzfenster mit Sprossen und Rundbögen in beiden Gebäuden nehmen Rücksicht auf die Haushistorie.

Probleme gemeistert

„In der zweijährigen Planungsphase haben wir viele Varianten durchgespielt und uns schließlich für den Flachdach-Anbau entschieden“, berichtet Ingenieur Jürgen Kepplin (Kepplin & Kampkötter), der die Planung und Bauleitung hatte. Die Umsetzung des Projekts beschreibt er so:

Nach dem Bauantrag im Juli 2013 folgte im April 2014 die Baugenehmigung. Einen Monat später ging es los mit dem Abbruch des alten Anbaus. „Dieser 1968 entstandene Gebäudeteil war völlig marode, so dass wir ihn komplett abreißen mussten“, so Kepplin, der auch die Bauprobleme anspricht: „Die erste unangenehme Überraschung offenbarte sich beim Freilegen der Baugrube: Der Altbau führte nicht weit genug in die Tiefe und musste stabilisiert und aufwendig mit einer Betonwand unterfangen werden.“

Ende 2014 war der Rohbau fertig, und die Fachkräfte konnten mit der Sanierung des alten Hausteils beginnen.

Auch diese Arbeiten verliefen aufwendiger als gedacht und verursachten außerplanmäßige Mehrkosten. „Im Wandputz stellten die Experten eine erhebliche Asbestbelastung fest, so dass sämtliche Wände vom Putz befreit werden mussten. Schließlich kamen über 40 Tonnen Altmaterial zusammen, die die Spezialisten entsorgen mussten“, so Bauleiter Kepplin, der auch von „kleineren Problemen mit der Statik“ berichtet. So mussten die Experten einige Fäulnisschäden beheben und Stützen einbauen. Eine besondere Herausforderung sei der halbgeschossige Versatz im Altbau gewesen, schließlich galt es, beide Gebäude behindertengerecht zu verbinden.

Ganz bewusst habe man beim Neubau auf ein Wärmedämmverbundsystem verzichtet und auf einschalige Bauweise gesetzt. Auch dank des gut isolierenden Porotonsteins habe man aber die Energieeffizienzvorgaben gut einhalten können.

„Unser Ziel haben wir erreicht, einen stilistisch reizvollen Kontrast zu schaffen und gleichzeitig auf engstem Raum maximalen Platz für die Verwaltungsarbeiten zu erreichen“, so Jürgen Kepplin. Auch die Anforderungen des Denkmal- und Brandschutzes und die Energieeffizienz seien optimal erfüllt.

Zum Kennenlernen

Zum Tag der offenen Tür: Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr mit einem eineinhalbstündigen Gottesdienst in der Kilianskirche. Es folgen Grußworte von Propst Helmut Wöllenstein, Bürgermeister Klaus Friedrich und Bauleiter Jürgen Kepplin. Der „Tag der offenen Tür“ selbst startet um 16 Uhr mit Führungen durch die neuen Büros. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich die Räume anzusehen. Es gibt viel Zeit für Gespräche, einige Fachkräfte aus dem Verwaltungsteam werden bereitstehen, um sich und ihre Arbeit vorzustellen.

Liebe Leserinnen und Leser,

der Inhalt dieses Artikels entstand in Zusammenarbeit mit unserem Partner. Da eine faire Betreuung der Kommentare nicht sichergestellt werden kann, ist der Text nicht kommentierbar.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.