Niederschlag der nächsten sechs Wochen wichtig für die Saison

So leer war der Edersee im Februar noch nie

Bilder, die selbst die Älteren am Edersee aus dieser Jahreszeit kaum kennen: Die anhaltende Trockenheit des Spätsommers, Herbstes und Winters belastet die Talsperre mit einer großen Hypothek für die anstehende Saison. Foto: Schuldt

Edersee. Höchstens vier- bis fünfmal in seiner Geschichte war der Edersee ungewöhnlich leer. Aber so wenig Wasser wie 2017 gab es noch nie. Das sagt Jiri Cemus vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Hann. Münden auf Anfrage unserer Zeitung.

Seine Auskunft lässt Böses ahnen für die nächste Hauptsaison an der Talsperre. Wie knapp das Wasser in den Sommermonaten wird, entscheidet sich vor allem in den nächsten sechs bis acht Wochen, erläutert Cemus.

Der Edersee im Regiowiki

In den Monaten, in denen die Vegetation ruhe, „kommen von zehn Millimetern gefallenen Regens neun im Edersee an“. Grünt und blüht die Natur, lässt der Bedarf der Pflanzen nur noch einen von zehn Millimetern in die Talsperre gelangen. Je nach der Höhe der Temperaturen setzt dieser Einfluss der Wälder, Wiesen und Felder auf den Wasserhaushalt spätestens Anfang April ein, sagt Cemus. Auf die Schneeschmelze braucht niemand mehr zu hoffen. „Im Einzugsgebiet der Talsperre fielen nur 40 Millionen Kubikmeter, von denen drei Viertel schon abgeflossen sind“, sagt Cemus. Und das, obwohl das WSA seit Wochen nur die Minimalabgabe von sechs Kubikmetern pro Sekunde fährt. Aktuell entspannt sich die Lage durch die anhaltenden Regenfälle etwas. Der Weserpegel bei Hann. Münden steigt gar auf drei bis vier Meter an, erwartet die Behörde.

Allerdings bleibt es mit Blick auf die Saison dabei, dass seit dem vergangenen Herbst nicht mehr die 1,20 Meter bei Hann. Münden als Zielpegel ausgegeben sind, sondern 1,27 Meter, weil die Weser an ihrem Ursprung verlandet ist. Ob das den Edersee auf Dauer stärker belastet als in den vorigen Jahren, muss sich zeigen. Das WSA geht nicht davon aus. Begründung: An der vorgeschriebenen Abflussmenge der Weser bei Hann. Münden von 55 Kubikmetern pro Sekunde ändere sich nichts. Sie gelte seit vielen Jahren.

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