Porträt vor Wahl am 15. September

Bürgermeisterwahl Lichtenfels: Das ist Kandidatin Sina Best

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Große Familie im Rücken: Bürgermeisterkandidatin Sina Best (links, 31) mit ihrer Familie in der Wohnküche ihres Hauses in Dorfitter. 

Am 15. September ist Bürgermeisterwahl in Lichtenfels. Wir stellen die drei Kandidaten in Porträts vor; hier: Sina Best.

Draußen noch Baustelle, innen freundlich und modern: Vor zwei Jahren ist Sina Best in ihren Neubau am Rande von Dorfitter gezogen, hat sich längst wohnlich eingerichtet. Im Garten hat sie Rahmen gesetzt mit Beerenbüschen und anderen nützlichen Gewächsen, das Garagendach ist begrünt. Der Rest muss warten. Ihre Kandidatur zur Bürgermeisterin in Lichtenfels und die Fortbildung zur Betriebswirtin erfordern derzeit neben dem Beruf ihre ganze Aufmerksamkeit.

An diesem Nachmittag aber ist Zeit zum Kaffeetrinken: Mit der jüngsten Nichte Ilka auf dem Arm empfängt sie den Besuch an der Haustür; Eltern, Geschwister und Nichten sitzen bereits am Kaffeetisch in der großen Wohnküche. Die Oma bringt noch eine Schwarzwälder Kirschtorte und setzt sich dazu, die Atmosphäre ist locker. 

Große Fenster bringen Licht und die Natur ins Haus. „Zu 90 Prozent haben meine Familie und ich das Haus in Eigenleistung gebaut, von der Planung bis zur Ausführung, von der Bodenplatte bis zum Dachziegel“, sagt Sina Best. Es habe ihr viel Spaß gemacht, sich in die Baumaterie reinzudenken. „Und auf meine Familie kann ich mich verlassen.“

Sie ist die zweitälteste von fünf Geschwistern. „Wir sind eine große Patchworkfamilie, da ist viel Leben in der Bude“, der Kontakt sei eng. Damit das so bleibe, lege sie Wert drauf, sich neben Beruf, ihren Ehrenämtern als SPD-Gemeindevertreterin, -Kreistagsabgeordnete und Kassiererin beim Sportverein auch Zeit für die Familie zu nehmen. „Das muss sein.“

War in der Damen-Fußballmannschaft

Sina Best ist in Dorfitter groß geworden, hat die Schule in Herzhausen besucht, ließ sich bei der Gemeinde Vöhl zur Verwaltungsfachangestellten ausbilden. Leichtathletik und Geräteturnen standen als Kind auf dem Freizeitplan, im Alter von 16 Jahren hat sie die Damen-Fußballmannschaft in Itter wieder ins Leben gerufen, die es immer noch gibt. „Ich stand im Tor, war aber auch anderwertig einsetzbar auf dem Spielfeld.“

Als sie beim Zweckverband Naturpark Kellerwald-Edersee arbeitete, ab 2011 als Büroleiterin, sei ihr „Wunsch geboren, selbst einmal Bürgermeisterin zu werden, um aktiv mitgestalten zu können“, erklärt die 31-jährige. „Ich habe bewusst den Job gewechselt und bin ins Rathaus zurückgegangen, um das Alltagsgeschäft genau kennenzulernen“, erklärt sie: Seit 2014 arbeitet sie als Leiterin der Kämmerei und stellvertretende Büroleiterin im Edertaler Rathaus.

„Pragmatisch und strukturiert, bodenständig und sachorientiert“, so würde sie sich beschreiben. Ist ihr Frausein ein Thema im Wahlkampf? „Oh ja. Manche fragen mich, meistens sehr nett, ‘Warum tun sie sich als junge Frau denn so was an?’ Dabei tue ich mir das ja nicht an, sondern will das seit zehn Jahren. Und als linke Hand des Bürgermeisters weiß ich, auf was ich mich da einlasse“, sagt sie und lacht.

Ihr Frausein ist für manche ein Thema

„Einige Männer unter meinen Unterstützern sagen, sie hätten nie erwartet, dass mein Frausein so ein Thema für manche ist – oder dass ich jung bin, oder vielleicht irgendwann Kinder haben werde. Stefan Dittmann und Björn Brede waren genauso jung wie ich, Wolfgang Wennemuth sogar erst 28 Jahre alt, als er das Amt des Bürgermeisters in Lichtenfels antrat – wo ist also das Problem?“, fragt sie.

Natürlich wolle sie später mal Kinder haben, doch ihre Arbeit sei ihr auch wichtig. „Auch wenn ich ein Kind habe, wird der Job gemacht – schließlich gibt es dann auch noch einen Vater, meine Familie und bedarfsgerechte Kinderbetreuung.“

Wichtig seien „Fachwissen, Erfahrung und Engagement, nicht Geschlecht oder Alter. Abgesehen davon ist es wichtig, sich auch als junger Mensch einzubringen – wir gestalten die Zukunft“.

Ihre Motivation

Bei fünf Geschwistern habe sie früh gelernt, „dass man hartnäckig bleiben muss, um seine Ziele zu erreichen und ich bin eine Kämpfernatur“, betont Sina Best. „Ich bin gerne Frau und es ist für mich kein Argument, ich will nicht darauf reduziert werden.

Es gibt in Lichtenfels eine gute Struktur, engagierte Bürger und mit einer sachorientierten Politik möchte ich die Stadt mitgestalten – genau das ist meine Motivation, als Bürgermeisterin in Lichtenfels tätig zu werden.“

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