Jungzüchter aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf

Gesucht wird: die schönste Kuh

Rhadern. Erst werden sie geschoren, für den letzten Schliff werden anschließend auch Föhn, Bürste und Haarspray genutzt. Nicht etwa beim Friseur, sondern beim Kuh-Scherwettbewerb.

Einmal im Jahr scheren Teams aus den Jungzüchterclubs aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf um die Wette.

In diesem Jahr nahmen insgesamt zehn Teams mit jeweils zwei Personen bei dem Wettkampf auf dem Gelände des Betriebs von Christian Schultze in Rhadern teil. „Das ist ein wichtiger Teil für die Jungzüchter. Im Wettbewerb ist es noch einmal etwas anderes, als alleine zu scheren, auch was den Umgang mit der Schermaschine betrifft“, erklärt Dieter Hooß, der die Bewertung übernahm.

Hooß ist Kuh-Friseur und bekannt in seiner Branche. Er erklärt, worauf es beim Scheren einer Kuh ankommt und welche Tiere besonders für eine Kuhschau geeignet sind:

1. Mit das Wichtigste beim Kuh-Scheren ist, dass das Euter sauber geschoren wurde und gut zu sehen ist. Für eine Schau ist außerdem auch eine schöne Form des Euters entscheidend.

2. Genauso wichtig wie das Euter ist der Kopf. Hierbei muss darauf geachtet werden, dass der Kopf ordentlich und einheitlich geschoren wurde. Bei einer Kuhschau kommt es dann zusätzlich noch auf die Form des Kopfes an. Gewünscht sind längliche und elegante Kopfformen, da diese eher dem Bild einer weiblichen Milchkuh entsprechen.

3. Nach dem Scheren der Kuh sollen die Rippen gut zu sehen sein. Für die Schau ist es zudem wichtig, dass diese einen einheitlichen Verlauf haben.

4. Der Rücken oder die sogenannte „Topline“ sollte bestenfalls in einer geraden Linie verlaufen. Um dies zu erreichen, verwenden die Züchter auch Bürsten, Föhn und Haarspray und bringen das Fell der Kuh in Form.

Kuhscheren in Rhadern

5. Ein weiterer wichtiger Punkt bei der Bewertung sind die Beine. Diese sollten eine leichte Beugung haben. Außerdem sollte an den Sprunggelenken so wenig Bindegewebe wie möglich vorhanden sein, damit diese nicht „schwammig“ aussehen.

6. Zusätzlich zu den einzelnen Teilen, die bei der Kuh bewertet werden, zählt am Ende auch der Gesamteindruck des Tieres. Die Sauberkeit wird beachtet, aber auch die Ausstrahlung. Außerdem wird gerade bei diesem Jungzüchterwettbewerb genauer hingeschaut, dass auch die Arbeitssicherheit eingehalten wird.

Neben den Scherern wurden an diesem Tag auch die Kühe „Fiesta“ von Christian Schultze, „Resi“ von Torsten Schnatz und „Esther“ von Hartmut Kalhöfer für über 100.000 Liter gegebene Milch ausgezeichnet.

Von Maximilian Bülau

Rubriklistenbild: © Foto:  Bülau

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