Ortsbeirat stimmt zu

Nach Bioland-Kriterien: Stall für 3000 Legehennen in Goddelsheim geplant

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Der neue Legehennenstall nach Bioland-Richtlinien soll in etwa hinter dem Farmermobil entstehen, rund um das die Familie Kutz derzeit ihre Hühner hält.

Am Rande von Goddelsheim soll ein Legehennenstall entstehen. Geplant ist, dort 3000 Tiere nach Bioland-Kriterien zu halten.

Die Eier sollen regional vermarktet werden. Der Goddelsheimer Ortsbeirat hat sich in einer öffentlichen Sitzung in der Mehrzweckhalle einstimmig für das Projekt des örtlichen Landwirts ausgesprochen. Demnächst werden sich Magistrat und Stadtverordnete mit dem Projekt befassen.

Rund 50 Interessierte waren der Einladung des Ortsbeirates gefolgt, der das Thema mit „größtmöglicher Transparenz und Offenheit“ behandeln wollte, wie Ortsvorsteher Friedrich Schüttler betonte. Die Atmosphäre war entspannt; viele Zuhörer nutzten die Gelegenheit, Fragen an Henrik Kutz zu stellen, der den Biobetrieb leiten wird.

"Wintergarten" für Hühner

Die Halle, rund 15 mal 45 Meter groß und mit einer Traufhöhe von vier Metern, soll Platz finden am Ortsrand Richtung Korbach, hinter der Wiese, wo Landwirt Kutz derzeit bereits seine Reisehühner in einem fahrbaren Stall hält. Ein überdachter „Wintergarten“ mit Scharrfläche sowie eine große Auslauffläche unter freiem Himmel sind vorgesehen. An der nordöstlichen Seite soll eine geschlossene Misthalle entstehen mit einer Lagerkapazität für neun Monate. Die Mistmenge der 3000 Hennen, die 35 Großvieheinheiten entsprechen, betrage rund 75 Tonnen pro Jahr. Auch ein Futtersilo sei eingeplant, erklärte Ortsvorsteher Schüttler.

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Wie für Bioland-Kriterien üblich sei ein geschlossener Kreislauf geplant: Der Mist soll auf der Fläche ausgebracht werden, auf der das Futter für die Hennen angebaut wird. Er werde seinen Teil des Betriebs daher „nach und nach auf Bioland umstellen“. Bis dahin kaufe er Futter zu und liefere einen Teil des Mistes an den Futterproduzenten, erklärte Henrik Kutz.

Das Emissionsgutachten sei ausgelegt auf 6000 Hennen, damit er Spielraum für eine mögliche spätere Erweiterung habe. Der erste Plan habe vorgesehen, den Stall direkt an eine bestehende Scheune zu bauen. Da konnten die Brandschutzauflagen jedoch nicht erfüllt werden, erklärte Henrik Kutz.

Regionale Vermarktung

Der aktuelle Plan rücke die neue Anlage noch weiter weg vom Dorf – was auch eine Geruchs- und Geräuschbelästigung reduziere. Nur am Ortsrand spreche das Gutachten von ein oder maximal zwei Prozent pro Jahr, der Rest des Ortes werde von dem Stall gar nichts merken. Zudem werde das Hühnerhaus erst morgens um 11 Uhr geöffnet und abends wieder geschlossen.

Pro Tag werde mit 2700 Eiern gerechnet, wovon rund 2500 in den Verkauf gingen. Die Eier würden im Verpackungsraum sortiert und gestempelt, um dann regional vermarktet zu werden: Ein Mal pro Woche hole sie ein Laster nach Hephata ab. Da „auch der Bio-Hof Schnell in Neukirchen nach Hephata vermarktet, kann der Fahrer alles mit einer Tour erledigen,“ erklärte Henrik Kutz.

15 Monate würden die Hennen auf dem Hof bleiben. Anschließend würden sie lebend abtransportiert, dabei nachts im Dunkeln eingefangen, um sie möglichst wenig aufzuregen, sagte Henrik Kutz. Ein kleiner Teil werde als Suppenhuhn direkt weiter vermarktet, der Rest gehe in die Babynahrung.

Bürgermeister Uwe Steuber erklärte, die Bauvoranfrage sei bereits 2017 eingegangen. Ortsbeirat und Öffentlichkeit sollten jetzt beteiligt werden, da alle Untersuchungen und Unterlagen – und damit alle notwendigen Informationen – vorlägen. Ein Zuhörer aus der direkten Nachbarschaft sagte, seine Familie unterstütze das Projekt. Henrik Kutz und sein Vater Werner betonten, sie seien jederzeit bereit, das Reisehühnermobil zur Besichtigung zu öffnen, das ein Kleinformat des geplanten Baus sei.

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