Ergebnis eines Treffens von über 60 Bürgern

In Lichtenfels bildet sich Netzwerk für Flüchtlingsarbeit

Lichtenfels. Auch in Lichtenfels entsteht ein Netzwerk zur Betreuung von Flüchtlingen.

In möglichst jedem Stadtteil sollen sich Gruppen bilden, die sich um die Neuankömmlinge kümmern - von der Begrüßung über anfängliche Unterstützung beim Einkaufen und der Orientierung in der neuen Umgebung, bei Arztbesuchen, dem Besuch einer Kleiderkammer oder der Vermittlung bei Behörden.

Sie können auch beim Erlernen der Sprache unterstützen. Dabei soll sich jeder nach seinen Möglichkeiten einbringen können. Ortsvorsteher, Schulen und Kindergärten sollen möglichst in das Netzwerk eingebunden werden.

Das ist das Ergebnis eines Treffens, zu dem die Stadt Lichtenfels und die Evangelische Kirche eingeladen hatten. Mehr als 60 Menschen aus Lichtenfels waren ins Sportlerheim der Goddelsheimer Festhalle gekommen.

Wie genau der Einsatz der ehrenamtlichen „Kümmerer“ aussehen sollte, musste erst mühsam herausgearbeitet werden - zumal nach Angaben von Andre Gutmann von der Stadtverwaltung noch gar nicht feststeht, wie viele Flüchtlinge in welchen Stadtteilen untergebracht werden. Gleichwohl müsse sich die Kommune dringend vorbereiten. Denn dass mehr Flüchtlinge auch in Lichtenfels wenigstens vorübergehend ein neues Zuhause finden werden, sei gewiss.

Andre Gutmann

Hilfe bei der Ideensammlung boten zwei Fürstenbergerinnen, die sich mit anderen Bewohnern ihres Ortes bereits seit zwei Jahren um Flüchtlinge in der ehemaligen Pension Fürstenberger Hof kümmern. Außerdem waren drei Frauen aus Frankenau zum Treffen gekommen, die in ihrer Stadt einen runden Tisch ins Leben gerufen haben - dort unterstützen 15 Freiwillige derzeit rund 40 Flüchtlinge bei der Eingliederung (Hintergrund).

Sie machten auch Mut, sich zu engagieren. Neben sachlicher Unterstützung seien persönliche Beziehungen besonders wichtig, unterstrich etwa Gabriele Schütz. Die Menschen würden sich auf einem kleinen Dorf oft erst mal einsam und verlassen fühlen. Sie zum Vereinssport oder zu Veranstaltungen mitzunehmen, sei eine gute Hilfe bei der Integration. „Dadurch wollen auch immer mehr Leute helfen. Das alles wirkt sich positiv auf das ganze Miteinander aus.“ Das unterstrich Pfarrer Burkhard Uffelmann: „In der persönlichen Begegnung kann man viele Ängste und Vorurteile abbauen.“ Jan-Hendrick Oppermann sagte, vieles werde sich einfach ergeben: „Wenn man da ist, ist das Wesentliche schon mal getan.“

Haitham Shekhoo aus Syrien machte aus Sicht eines Flüchtlings deutlich, dass neben Kleidung und Unterkunft eines ebenso wichtig sei: Die Sprache und Kultur zu lernen. Helfen könne jeder außerdem so: „Einfach mal anlächeln.“

Über Stadtverwaltung und Ortsvorsteher werden schnellstmöglich erste Treffen in den Stadtteilen organisiert. Wer sich für die Betreuung von Flüchtlingen einbringen möchte, wendet sich an die Stadt oder Ortsvorsteher. (md)

Infos: www.refugeeguide.de, www.landkreis-waldeck-frankenberg.de, Rubrik Flüchtlingsarbeit

Wie viele Flüchtlinge derzeit bereits in Lichtenfels leben, lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der Frankenberger Allgemeinen.

Rubriklistenbild: © dpa

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