VEW plant sieben Anlagen am Mühlenberg

Neue Bürgerinitiative wehrt sich gegen Windräder bei Vöhl/Lichtenfels

+
Berechnete Ansicht: Stefan Schäfer, Gründungsmitglied der Bürgerinitiative, hat mittels Google Earth maßstabsgetreu berechnet, wie der Windpark aussehen könnte. Hier die Ansicht von der Uferpromenade Herzhausen. Die blauen Balken zeigen die komplette Höhe der Windräder.

Herzhausen. Fast 80 Besucher waren zur Gründungsveranstaltung der Bürgerinitiative gegen den geplanten Windpark Mühlenberg gekommen. Am Ende unterschrieben 73 Personen auf der Liste der neuen BI.

Dr. Stephan Kaula, Initiator des Protests, stellte mit Mitstreitern den aktuellen Stand der Planungen vor, sprach über Risiken und Nutzen von Windenergie und stellte dar, welche Möglichkeiten es für die Windkraftgegner jetzt noch gibt. 

Sieben Windkrafträder plant VEW am Mühlenberg zwischen Vöhl und Lichtenfels und das geht so manchem Einwohner der beiden Kommunen gegen den Strich. „Wir müssen uns mehr Gehör verschaffen“, sagt Gerhard Eierdanz, einer der Initiatoren der Bürgerinitiative. Denn der negative Einfluss auf Tier, Mensch und Tourismus sei zu groß.

Aus Sicht der BI-Verantwortlichen gibt es zahlreiche Punkte, die generell gegen einen weiteren Windkraftausbau in Hessen und Deutschland sprechen und damit auch gegen die Windräder am Mühlenberg:

• Gesundheit: Sowohl Infraschall als auch der Schattenwurf hätten Auswirkungen auf die Gesundheit, sagte Allgemeinmediziner Dr. Stephan Kaula. „Schattenwurf kann aufs Gemüt schlagen, bis hin zu Depressionen.“ Gleiches gelte für Infraschall, vor dem es keinen baulichen Schutz gebe. Zwar werde nicht jeder, der nahe eines Windrads lebe, auch krank, dennoch dürfe die Wirkung nicht ignoriert werden. „Die Politik gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung“, kritisierte er.

• Umwelt: Um ein Windrad aufzustellen, werde ein Hektar Wald vernichtet, so Kaula. Hinzu kämen weitere Bäume, um Zufahrtswege zu schaffen. Durch Windräder würden jährlich rund 100 000 Greifvögel und etwa 300 000 Fledermäuse sterben.

Der Nationalpark liege nah am geplanten Windpark, das müsste aus BI-Sicht ein Grund für die Ablehnung der Baumaßnahme sein. Ob der Windpark Auswirkungen auf den Titel des Unesco-Welterbes habe, wollte eine Besucherin wissen. Das sei nicht klar, damit wolle man sich aber beschäftigen, sagte Kaula.

• Infrastruktur: „Für Windkraft gibt es zu wenige Speicherkapazitäten“, sagte der Arzt. „Und ohne große Energiespeicher können wir nicht auf konventionelle Kraftwerke verzichten.“ Auch die Leitungen würden die Menge an erzeugter Energie aktuell nicht mehr schaffen. Jedes neue Windrad gefährde die Stabilität der Stromnetze.

• Anlagenleistung: „Die real erbrachte Leistung von Windrädern wird verschwiegen“, sagte Kaula. Nur bei zwölf Metern Wind pro Sekunde würden 100 Prozent der Nennleistung erreicht. Das bedeute ein „hörbares Pfeifen der Telefonleitungen“. Schon bei sechs Metern seien es nur noch 13 Prozent, die erreicht werden könnten.

• Immobilien: Häuser, die in der Nähe von Windrädern stehen, würden bis zu 50 Prozent an Wert verlieren. Das sei in anderen Bundesländern bereits passiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.