Hildegard Kraft-Hux feiert heute 104. Geburtstag - Fit durch viel Bewegung

Sie liebt Blumen und Bilder

Wird heute 104: Hildegard Kraft-Hux. Foto:  Himstedt

bad wildungen. Ihren 104. Geburtstag feiert heute Hildegard Kraft-Hux im Alten-Wohn-Pflegeheim Christkönig in Reinhardshausen. Als Hausdame und Sprechstundenhilfe war sie aus Thüringen nach Nordhessen gekommen und hatte hier ihre zweite Heimat gefunden.

Die Jubilarin erblickte am 9. April 1906 in Teutschenthal bei Halle an der Saale das Licht der Welt. Hier lebten ihre Mutter Frida und ihr aus der Schweiz stammender Vater Robert Hux, der am Aufbau des dortigen Kaliwerkes beteiligt war. Noch heute besitzt Tochter Hildegard die doppelte Staatsbürgerschaft.

Pensionat in Sondershausen

Ihre schulische Ausbildung bekam sie mit mehreren anderen Mädchen und Jungen zunächst von einer Privatlehrerin. Danach schloss sich ein zweijähriger Aufenthalt in einer städtischen Studienanstalt in Halle an. Zum Ende des Ersten Weltkrieges wechselte ihr Vater am 1. April 1918 in das Kaliwerk nach Kassel. Die Familie erwarb ein Haus in Bischofferode im Eichsfeld. Die Tochter besuchte das Pensionat im thüringischen Sondershausen und baute dort ihr Abitur.

1931 war der Hausarzt aus Bleicherode zu Besuch. Er hatte seinen Freund und Kollegen Dr. Karl Kraft aus Bad Wildungen mitgebracht. Dr. Kraft suchte eine Hausdame und Sprechstundenhilfe. Er behandelte als Urologe hauptsächlich Kurpatienten in der Badestadt. Auf Anraten der Eltern nahm Tochter Hildegard die Stelle an und so kam sie am 14. April 1931 nach Bad Wildungen. Zwischen beiden muss es schnell gefunkt haben, drei Monate später war Hildegards Arbeit in der Arztpraxis beendet und am 11. Juli 1931 fand die Hochzeit statt. Fünf Jahre später wurde Sohn Dieter geboren, der heute als Arzt in Berlin lebt.

Während des Zweiten Weltkrieges blieb die Familie in Bad Wildungen, wurde aber im April 1945 von den Amerikanern für acht Monate zwangsevakuiert. Alles Wichtige musste in die Garage geräumt werden, bis Familie Kraft dann im November ihr Haus in der Dr.-Born-Straße zurückbekam. Später hat die Jubilarin nur noch die Zimmer ihres Mannes behalten und die anderen an Ärzte vermietet.

Fit gehalten hat sich die Jubilarin mit viel Bewegung in der freien Natur. So gehört sie seit vielen Jahren dem Wanderverein an. Heimatkundliches Interesse bekundeten sie und ihr Mann als Mitglieder im Geschichtsverein. Sie war aber auch eine leidenschaftliche Autofahrerin. Der letzte Wagen, ein Mercedes, steht heute noch gut gepflegt in Berlin und wird von Sohn Dieter gefahren.

Nach einer schweren Erkrankung kurz nach ihrem 100. Geburtstag musste die Jubilarin ihre Wohnung in Bad Wildungen aufgeben und zog in das Seniorenheim Christkönig nach Reinhardshausen, wo sie seitdem vom Personal und ihren Angehörigen umsorgt wird. Spazieren gehen mit einer Gehhilfe ist noch möglich und sie liebt die Ausflüge im Auto mit ihrem Sohn an den Edersee und in die Walddörfer.

Treue Angestellte

Zur Familie gehören neben dem Sohn und seiner Frau drei Enkelkinder und vier Urenkel. Nicht fehlen darf Almida Haaf, liebevoll „das Fränzchen“ genannt. Sie war über 30 Jahre Angestellte im Hause Kraft. Sie kümmert sich heute noch um das Anwesen und den Garten und bringt immer einen frischen Blumenstrauß mit. Sie weiß doch um die Liebe zur Natur und Malereien von Hildegard Kraft-Hux.

Von Winfried Himstedt

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