Probefahrt im Elektrofahrzeug TW4XP: ohne Lenkrad, aber bald mit Pedalen

Im Liegen alles gut im Griff

Liegend: Geschäftsführer Martin Möscheid präsentiert den Prototypen TW4XP eines neuen Elektrofahrzeugs aus Rosenthal. Foto: Paulus

Waldeck-Frankenberg. Ein Lenkrad gibt es nicht im TW4XP. Und doch fährt das kleine Elektroauto geschmeidig um die Kurve. Martin Möscheid drückt den rechten der beiden Handgriffe nur ein wenig nach vorn, und schon biegt das Fahrzeug nach links ab. Möscheid drückt einen kleinen Knopf und das Dreirad beschleunigt. Der Wind bläst von der Seite hinein. Fenster fehlen nämlich noch.

Das TW4XP ist ein Prototyp. „großer Bruder“ des Twikes und Vorläufer für ein zukünftiges Elektroauto der Rosenthaler Firma E-Mobile Motors. „Das Twike ist ein Produkt, das TW4XP ein Projekt“, sagt Geschäftsführer Martin Möscheid. Der Prototyp war für den Automobil-Wettbewerb „X-Prize“ in den USA gebaut worden, bei dem die Rosenthaler im August den dritten Platz belegten.

„Das Twike ist ein Produkt, das TW4XP ein Projekt.“

Während des mehrwöchigen Wettbewerbs durften Möscheid und sein Team das TW4XP noch nicht öffentlich zeigen. Jetzt macht er gern eine Probefahrt. Auch wenn das batteriegetriebene Fahrzeug mit seinen Schweißnähten noch deutlich nach Prototyp aussieht, erkennt man schon, was umweltbewusste Fahrer später erwarten wird.

Fahrer und Beifahrer liegen wie in einem bequemen Fernsehsessel, der Fahrer hält die beiden Griffe in der Hand, mit denen er lenkt, beschleunigt, bremst, hupt und blinkt. Diese so genannten Sidesticks erinnern an Joysticks für Computerspiele. Ein Kupplungspedal gibt es nicht, das TW4XP fährt mit Automatikgetriebe. Der Prototyp hat nur ein Bremspedal und eine Handbremse, später könne es wie im Twike – vergleichbar mit einem Fahrrad – zwei Pedale geben, erklärt Möscheid, die über einen Generator Energie für den Motor liefern. „Man kann sich also auch während der Fahrt sportlich betätigen“, sagt der 43-Jährige.

Das TW4XP sei mit anderen Elektrofahrzeugen nicht zu vergleichen, schon das Aussehen sei sehr speziell: Auf den drei Rädern – zwei hinten, eins vorne – sitzt eine kompakte, vergleichsweise kurze Karosserie. Vorteil: Weil der Schwerpunkt bei drei Rädern tief liegen muss, ist das Fahrzeug niedrig gebaut und damit aerodynamisch. Nachteil: Weil es hinten relativ breit endet, wird die Luft stark aufgewirbelt. „An solchen Details arbeiten wir“, sagt Möscheid.

Bei dem Wettbewerb in den USA haben die Rosenthaler Tüftler gesehen, was sie noch verbessern können. Man habe eine Chance gegen die Konkurrenz, wenn man sich seiner eigenen Stärken und Schwächen bewusst sei. „Wir wollen und können den großen Konzernen nicht Paroli bieten. Unsere Stärke liegt in der Nische“, sagt Möscheid und nennt die Pedale, die Lenkung, die Sitze und den extremen Leichtbau. „Das TW4XP ist kein Auto, es ist ein spezielles Fahrzeug für Vordenker, die ihrer Zeit zehn bis 15 Jahre voraus sind und umweltbewusst fahren wollen.“

Ein Video über das TW4XP können Sie sich im Internet unter www.hna.de/frankenberg anschauen.

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