Literarischer Frühling mit Peter Gauweiler (CSU) und Sahra Wagenknecht (Linke)

Literarischer Frühling in der Waldecker Burg: Peter Gauweiler (CSU) und Sahra Wagenknecht (Linke) waren sich bei der Diskussion über die Europapolitik in weiten Teilen einig. Foto: Carolin Ludwig

Waldeck. Das Zusammentreffen von Sahra Wagenknecht und Peter Gauweiler beim „Literarischen Frühling“ wurde am Donnerstagabend zu einem streckenweise amüsanten Dialog trotz vieler ernster Themen wie Europapolitik, Terror und Kriegsgefahr.

Kontraste im Rittersaal der Waldecker Burg setzten die Spitzenkandidatin der Linken und der streitbare CSU-Mann aber nicht durch konträre politische Standpunkte, sondern ihren eigenwilligen Charme. Im roten Kostüm, eloquent und intellektuell, trat die 47-Jährige auf, während der 67 Jahre alte Bayer mit scharfzüngigen und witzigen Vergleichen oft die Lacher auf seiner Seite hatte.

Der frühere Spiegel-Chef Hans Werner Kilz als Moderator, den Festival-Organisatorin Christiane Kohl als „Dompteur“ ankündigte, hatte ein leichtes Spiel bei der Diskussion über „Trompeten gegen den Untergang Europas“.

Über die Wahl in Frankreich, den Brexit und den drohenden Verfall der Europäischen Union spannte sich der politische Bogen. „Viele Probleme in der heutigen EU haben damit zu tun, dass sie sich erweitert hat um Länder, die einen ganz anderen Entwicklungsstand haben“, merkte die studierte Volkswirtin an. Beispiel: Kindergeld. „Zwischen Deutschland und Rumänien klafft da eine Riesenlücke.“

Einig war sich die „rote Sahra“ mit dem „schwarzen Peter“, dass unbedingt stabile Beziehungen zu Russland aufgebaut werden müssen. Putin werde Völkerrechtsverletzung auf der Krim angekreidet, „obwohl man das woanders bei Verbündeten hinnimmt“, sagte Gauweiler. Auch bei weiteren Themen lag er mit der Oppositionspolitikerin im Bundestag auf gleichem Kurs.

„Frieden in Syrien wird nur erreicht mit Russland“, meint Wagenknecht. Die gebürtige Thüringerin sprach von Kaltem Krieg und forderte eine neue, stabile Sicherheitsstruktur unter Einbeziehung Russlands. „Die NATO ist ein Bündnis geworden, das Kriege führt und Völkerrecht bricht.“

Warum Wagenknecht Bomben gegen den Terror für falsch hält und warum der CSU-Mann nichts von Bundeswehreinsätzen in Ländern wie Afghanistan hält, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Conny Höhne

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