46 neue Ortslandwirte verpflichtet - Klimawandel fordert Umdenken von Bauern

Mädchen für alles im Ort

Insgesamt 46 Ortslandwirte wurden am Ende ihrer Amtsperiode für ihr ehrenamtliches Engagement geehrt. Gut die Hälfte von ihnen nahm ihre Auszeichnung bei der Ortslandwirteversammlung entgegen. Fotos:  Zecher-Christ

Waldeck-Frankenberg. Die Landwirte in Waldeck-Frankenberg halten trotz Problemen zusammen. Das machten sie in der Ortslandwirteversammlung in der Vöhler Henkelhalle deutlich. In der Versammlung wurden 46 neue Ortslandwirte verpflichtet und in ihr Amt eingeführt.

Ihre Vorgänger wurden feierlich verabschiedet. Sie hatten sich teils seit Jahrzehnten ehrenamtlich für ihren Berufstand engagiert und als Mittler zwischen Landwirtschaft und Verwaltung fungiert. Der Schmittlotheimer Georg Nagel führte die Liste an: Er hatte das Ehrenamt 44 Jahre inne. „Der Ortslandwirt ist das Mädchen für alles, was es an Belangen in den Orten gibt“, sagte Fachdienstleiter Axel Friese.

Kiewig neuer Stellvertreter

Zum neuen Stellvertreter des Kreislandwirts Fritz Schäfers wählten die 181 anwesenden stimmberechtigten Landwirten Heiko Kieweg (Rhena). Er tritt die Nachfolge von Christian Schmidt an.

„Es war ein Jahr mit vielen Höhen und Tiefen“, blickte Kreislandwirt Fritz Schäfer auf 2009 zurück. Er wies darauf hin, dass es seit einem Jahr die Möglichkeit gibt, Helfer in der Landwirtschaft auszubilden. Schäfer forderte, in den Dörfern mehr Infrastruktur zu schaffen, damit das Land für junge Leute interessanter wird.

Landrat Dr. Reinhard Kubat versprach, „die gute Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft zu erhalten und zu pflegen.“ Die Landwirtschaft diene allen, daran habe sich nichts geändert.

Künftig Winterkulturen?

Im thematischen Mittelpunkt der Versammlung standen der Klimawandel und seine Folgen. Tanja Müller, Klimaschutzbeauftragte des Kreises, Dr. Rüdiger Grass und Felix Richter vom ‚Projekt Klimzug – Klimawandel zukunftsfähig gestalten‘ zeigten Vorschläge zur Ackernutzung auf. „Das Klima wird uns vor neue Herausforderungen stellen. Wir werden höhere Temperaturen im Sommer und eine Erhöhung der Niederschläge im Winter bekommen“, betonte Grass. Er stellte Projekte der Universität Kassel vor, die zeigen, wie man auf Klimaveränderungen reagieren könne.

Grass warb für ganzjährige Ackernutzung. Er empfahl Landwirten, neben Sommer- zusätzlich Winterkulturen anzubauen, möglicherweise auch Dauerkulturen, um Erosionen zu reduzieren. Felix Richter stellte eine Möglichkeit zur Nutzung von Biomasse vor. Damit könne eine deutlich höhere Energieproduktion erzielt werden.

Von Nadja Zecher-Christ

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.