Mengeringhausen: Gelungene Premiere von "Die Welle"

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Skeptisch: Schuldirektorin Owens (rechts, Elke Rock) im Gespräch mit Geschichtslehrer Ben Ross (Torben Figge), dessen Experiment zu weit geht.

Mengeringhausen.  Kann sich der Holocaust wiederholen? Und warum hat keiner versucht ihn zu verhindern? Fragen der Schüler von Geschichtslehrer Ben Ross.

Gemeinschaftssinn: Es dauert nicht lange, bis der Geschichtskurs die Regeln von der Welle verinnerlicht hat.

Als der keine Antwort parat hat und einer seiner Schüler behauptet, so etwas wie der Nationalsozialismus könne sich doch eh nicht wiederholen, wird Ross stutzig. Er beschließt, ein Experiment mit seinen Schülern zu beginnen. Dass das am Ende aus dem Ruder zu laufen droht, ahnt Ben Ross zu diesem Zeitpunkt nicht. Im Statt-Theater Mengeringhausen erfahren die Zuschauer seit vergangenem Samstag, wie das Experiment ausgeht. Die neuesten zeitkritische Produktion „Die Welle“ feierte Premiere in der ausverkauften Stadthalle.

Missachtung und Gewalt 

Vielen aus dem gleichnamigen Film bekannt, wird „Die Welle“ in Mengeringhausen vor Publikum lebendig. Unter der Regie von Monika Meuser und Meike Tammen hat das Ensemble eine Produktion, die unter die Haut geht, auf die Bühne gebracht. Was anfangs unter der Formel „Erfolg durch Disziplin“ als harmloser Test und willkommener Aufschwung für die schulische Football-Mannschaft durchgehen mag, entwickelt sich schnell zu einer Art Selbstläufer. Die Schüler von Ben Ross (Torben Figge) befolgen gemeinsam entwickelte Regeln und werben um neue Mitglieder. Was ihnen entgeht: Diejenigen, die nicht Teil ihrer Gemeinschaft werden wollen, erfahren Missachtung und Gewalt.

Schnell ist sogar Robert (Florian Geng), vorher Außenseiter und Mobbingopfer der Klasse, vollends in der Gemeinschaft der Welle integriert. Das führt soweit, dass der Schüler als Leibwächter für seinen „Führer“ Ben Ross da sein möchte und ein jüdischer Mitschüler nicht in die Gruppe aufgenommen und verprügelt wird.

Alle Informationen zur aktuellen Produktion „Die Welle“ gibt es auch auf www.statt-theater-mengeringhausen.de und auf dem Facebook- und Twitter-Auftritt (@StattTheaterMgh) des Theaters. Die weiteren Vorstellungen: 13. März, 14. März, 21. März, 22. März und 28. März um jeweils 19.30 Uhr in der Stadthalle Mengeringhausen. Karten: 05691 / 8849688 oder kartenservice@statt-theater.net.

Von Luca Deutschländer

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