Seit Jahrzehnten Tradition

Rhoden: Mitglieder stimmen übers Schützenfest ab

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Unterwegs in Uniformen: Der Montag ist der Tag der Frauen, in einem Umzug präsentieren sie sich den Zuschauern wie hier die Frauengruppe Lanzenträger im Jahr 2010.

Rhoden. Das Datum steht längst fest, die wichtigsten Musikgruppen und der Festwirt ebenso. Dennoch kann das historische Schützenfest, das im kommenden Jahr in Rhoden ansteht, noch gekippt werden.

Denn seit Jahrzehnten ist es Tradition, die Mitglieder der Schützengesellschaft im Vorjahr des Festes abstimmen zu lassen, ob es tatsächlich stattfindet.

Mittlerweile ist die Abstimmung allerdings lediglich Formsache - doch früher gab es einen guten Grund dafür.

Rund 100 Mitgliedern wird Vorsitzender Jürgen Pätsch am Samstag, 1. November, die Frage stellen, ob das Schützenfest stattfinden soll oder nicht. Kassierer Roland Melcher wird außerdem gefragt, ob das finanziell zu leisten ist. Am Samstag wird der Kassenwart sein Okay geben, doch die Finanzlage im Verein ermöglichte das nicht immer. Allein deshalb gibt es diese Abstimmung.

„Vor allem in den Nachkriegsjahren war nicht so viel Geld da“, sagt Claus Wetekam, Geschäftsführer und stellvertretender Vorsitzender der Rhoder Schützengesellschaft. Matthias Kern, Schriftführer und Chronist, hat beim Durchsuchen alter Protokolle Interessantes entdeckt: „Im Jahr 1925 lag das Defizit nach einem Schützenfest bei elf Milliarden Reichsmark“, berichtet Kern.

Solch gravierende Einbußen gibt es heutzutage längst nicht mehr. Um der Tradition willen wird die Abstimmung aber weiterhin gemacht und ist sogar mittlerweile in der Satzung festgelegt. „Wir wollen diese Tradition aufrecht- erhalten“, sagt Wetekam.

Einmal gab es in den vergangenen Jahrzehnten eine Gegenstimme bei der Abstimmung - aus Protest darüber, dass so wenige Mitglieder gekommen waren. Seitdem, so Claus Wetekam, sind die Versammlungen stets gut besucht. Beginn am Samstag, 1. November, im „Krug“ ist um 20 Uhr.

Von Julia Renner

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