Das Leck hören: Fragen und Antworten zum Horchrohr

Obernburg. Ein Horchrohr gehörte früher in den Werkzeugkasten eines Wassermeisters. Marianne Beckmann aus Obernburg hat nun in ihrem Haus ein solches Horchrohr aus Bambus gefunden.

Das Horchrohr gehörte Marianne Beckmanns Schwiegervater Wilhelm Beckmann, bis 1966 Wassermeister des Ortes. Heimatforscher Jörg Wiesemann hält es für das letzte, das erhalten ist. „Eigentlich sollte das Horchrohr zur Feier des 100. Geburtstags unserer Wasserversorgung präsentiert werden“, sagte Wiesemann. Fragen und Antworten zu diesem Thema lesen Sie hier: 

Was ist eigentlich ein Horchrohr?

Ein Horchrohr ist ein Werkzeug für Wassermeister. Das Horchrohr aus Obernburg war bis 1966 im Einsatz.

In welchen Fällen setzt ein Wassermeister ein Horchrohr ein?

Ein Horchrohr wurde eingesetzt, wenn der Wassermeister einen Schaden im Netz bemerkte. Zur Ortung des Leitungsschadens wurde mit dem Horchrohr gelauscht.

Wie funktioniert denn ein Horchrohr?

Mit der unteren Seite des Horchrohrs drückt der Wassermeister auf die Wasserleitung. Dann hält er sein Ohr an den kupfernen Trichter am oberen Ende des Horchrohrs. Ertönt ein Rauschen, so gibt es in der Nähe ein Leck in der Leitung.

Warum ist das Horchrohr aus Bambus? 

Bambus ist von innen hohl. Dadurch werden die Schallwellen besser weitergeleitet. Außerdem leitet Bambus keinen Strom. Das ist wichtig, da die meisten Wasserrohre aus Gusseisen sind. Wie das Bambus vor 100 Jahren nach Obernburg kam, ist nicht überliefert.

Welche Technik ersetzte das Horchrohr?

“Gehorcht wird bei Wasserschäden auch heute noch“, sagte Michael Groß, Chef der „Netz-Analyse Groß Willingen. Aber mit elektronischen Hilfsmitteln. So gibt es ein elektronisches Horchgerät mit Mikrofon und Kopfhörer, ein „Bodengeofon“ zur punktgenauen Ortung sowie einen „Korrelator“ zur Ortung des Schadens an Metallleitungen.

Von Frank Brauner

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