25-Jähriger starb bei verbotener Schlittenfahrt

Unglück in Winterberg: Bobbahn-Verletzte lagen eine Stunde im Eiskanal

Winterberg. Nach dem Unfall bei einer verbotenen nächtlichen Fahrt durch die Winterberger Bobbahn haben die Verletzten mehr als eine Stunde im Eiskanal gelegen, bevor Hilfe kam.

Das bestätigte die Staatsanwaltschaft in Arnsberg am Montag. In der Nacht zum Samstag waren drei Männer auf Kinderschlitten durch den Eiskanal gerutscht und vor einen im Zieleinlauf abgestellten Mini-Traktor geprallt.

Erst nach mehr als einer Stunde hörte ein Nachbar der Wintersportanlage im Sauerland Hilferufe und alarmierte die Polizei. Bei dem Unfall war ein 25-Jähriger aus Hamm gestorben, seine beiden 26 und 29 Jahre alten Freunde wurden schwer verletzt.

Aktualisiert
um 14.10 Uhr

Ob bei den Verunglückten Alkohol im Spiel war, stand am Wochenende nicht fest. Es würden entsprechende Untersuchungen auf Alkohol und Drogen vorgenommen, erklärte Polizeisprecher Ludger Rath. Die Gesamtumstände des nächtlichen Vorfalls seien Gegenstand kriminalpolizeilicher und staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.

Dass der Kleintrecker vom Typ Holder auf der Bahn stand, sei weder ungewöhnlich noch verboten gewesen, sagte der Polizeisprecher. Der Traktor sollte nach Auskunft Raths am Samstagmorgen zum Präparieren der Bahn genutzt werden. „Und niemand konnte damit rechnen, dass nachts jemand den Eiskanal hinunterfährt“.

Auch Wintersport-Profis hat das Unglück betroffen gemacht. Bob-Anschieber Jan-Martin Speer (27) aus Diemelsee-Wirmighausen beispielsweise sagte auf HNA-Anfrage: „Es ist natürlich nicht ungefährlich, die Bobbahn mit einem Kinderschlitten ohne Helm und im Dunkeln herunter zu fahren. Das Problem in Winterberg war aber hauptsächlich, dass noch ein Mini-Traktor in der Spur stand, der zum Aufbereiten der Eisflächen genutzt wird, und gegen den der Schlitten geprallt ist.“

Dieser Traktor stand im Winterberger Eiskanal.

Jan-Martin Speer betonte: „Als Laie sollte man sich aber sowieso nicht auf die Bobbahn wagen. Der Fall zeigt, wie gefährlich eine als Jux geplante Schlittenfahrt enden kann.“ Der Wirmighäuser schätzt die Geschwindigkeit, die man mit einem Kinderschlitten im Winterberger Eiskanal erreichen kann, auf 50 bis 60 km/h ein. „Das ist nicht gerade langsam für Ungeübte.“ Die Höchstgeschwindigkeit, die ein Viererbob auf der Bahn in Winterberg erreichen kann, liegt bei 140 km/h. (jun/frg/www112-magazin.de)

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