25-Jähriger hatte 2016 in Bad Arolsen 2400 Euro erbeutet

Nach Überfall in Bad Arolsen: Haft für Tankstellen-Räuber

Wegen schwerer räuberischer Erpressung hat das Kasseler Landgericht einen 25-jährigen aus Herford zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Er hatte zuvor gestanden, am 25. März 2016 die BFT-Tankstelle in Bad Arolsen überfallen und dabei 2385 Euro erbeutet zu haben. Die Tat beging er während eines Hafturlaubs, für den eine Jugendstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen Diebstahls und Trunkenheitsfahrt für zwei Tage unterbrochen worden war. Am Tag nach dem Überfall war der junge Mann ordnungsgemäß ins Gefängnis zurückgekehrt.

Eigentlich sollten gestern vor der 5. Strafkammer des Landgerichts neun Zeugen gehört werden. Das erübrigte sich aber, weil der Angeklagte nach einer Verständigung zwischen Staatsanwältin Angela Rek und Verteidiger Mario Prigge ein umfassendes Geständnis abgelegt hatte. Dabei war eine Höchststrafe von drei Jahren und sechs Monaten vereinbart worden.

Während seines Hafturlaub aus der JVA in NRW war der Angeklagte im März 2016 nach Bad Arolsen gefahren, wo er auf nicht näher beschriebene Weise in den Besitz eines täuschend echt aussehenden Spielzeug-Revolvers kam. Die „Waffe“ inspirierte ihn offenbar zu dem spontanen Entschluss, die Tankstelle zu überfallen.

Kurz vor Feierabend betrat er den Kassenraum, wo er von dem Mitarbeiter, ein Informatik-Student aus Kassel, dabei überrascht wurde, wie er sich gerade eine Sturmhaube über den Kopf stülpte. Der Student aus Arolsen berichtete, wie er vom Angeklagten mit vorgehaltener Waffe gezwungen wurde, die Tageseinnahmen in Höhe von 2385 Euro in eine Plastiktüte zu packen. Außerdem forderte und erhielt der Räuber zwei Stangen John-Player-Zigaretten und eine Flasche Whisky im Wert von 130 Euro. Nach dem Raubzug floh er in Richtung Bahnhofstraße.

Mit der Beute traf sich der Herforder mit einem Freund in der Arolser Innenstadt. In einer Pizzeria und einer Shisha-Bar wurden 1500 Euro der Beute für Essen, Trinken und Spielautomaten noch in derselben Nacht verprasst.

Richter Jürgen Stanoschek bewertete den Überfall als schwere räuberische Erpressung, die wegen des Einsatzes von einer Spielzeugwaffe als minder schwer eingestuft worden war. 

Rubriklistenbild: © dpa

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