Naturschutzverbände: Keine Jagd in der Brunft

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Verärgerte Besucher: Wanderer aus Wanne-Eickel am gesperrten Nationalparkeingang bei Kleinern.

Waldeck-Frankenberg. Das Wildtiermanagement im Nationalpark sei auf Abwegen. Das stellen die Kreisverbände des Naturschutzbundes (NABU) und der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) fest. Beide Verbände kritisieren die Ausweitung des Jagdbetriebes in dem Schutzgebiet.

Die Notwendigkeit des Schalenwild-Managements erkennen beide Verbände grundsätzlich an, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung. Aber sie stellen die große Zahl der Bewegungsjagden im laufenden Jagdjahr in Frage. Rudolf Chartschenko (Ellershausen), Vorsitzender des HGON-Arbeitskreises, betonte, dass damit neben der fortwährenden Beunruhigung des Schutzgebietes erhebliche Einschränkungen für Wanderer und Feriengäste verbunden seien.

Die erste Gesellschaftsjagd fand schon am 4. Oktober statt. Zu diesem Zeitpunkt sei die Rothirschbrunft noch in vollem Gange gewesen. „Nicht wenige Wanderer sind auf der Suche nach Eingang in den Nationalpark auf Absperrungen gestoßen. Eine Ankündigung in der Presse wäre hilfreich gewesen“, sagte Chartschenko.

NABU-Vorstandsmitglied Wolfgang Lübcke (Giflitz) wies darauf hin, dass Vorbereitung und Ausrichtung der Jagden mit erheblichem Aufwand verbunden seien. Angesichts der relativ geringen Jagdstrecken seien der Personalaufwand zu groß und das Störungspotenzial zu hoch. Nach Auffassung der Verbände müssten wenige Jagdtermine - die aber mit höherer Effizienz - ausreichen. Das praktizierten die Forstämter in der Region beispielhaft. (nh/ber)

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