NS-Vergangenheit: Namen einstiger Parteimitglieder werden genannt

Das Korbacher Kreishaus: Hier wurde am Montag entschieden, die NS-Vergangenheit ehemaliger Mandatsträger öffentlich zu machen. Archivfoto: nh

Waldeck-Frankenberg. Die Forschung zu einer NSDAP-Mitgliedschaft ehemaliger Mandatsträger in Waldeck-Frankenberg wird der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Das hat der Kreistag am Montag entschieden - bei zwei Enthaltungen der FWG und Enthaltung des Republikaner-Vertreters.

Die Geschichtsvereine im Kreis bekommen den Bericht zur weiteren Forschung. Ihnen ist eine Veröffentlichung freigestellt. Dr. Jürgen Römer, einer der begleitenden Historiker, kündigte dies für die Waldeckischen Geschichtsblätter an. Zudem wurde der Bericht an Medien verteilt. Vorausgegangen war eine eindringliche Debatte.

Bei der Überprüfung ging es um eine mögliche NSDAP-Mitgliedschaft von Landräten und allen Kreistagsabgeordneten, die zwischen 1946 und 1990 ein Mandat innehatten und vor 1927 geboren wurden: 533 Personen. 105 wurden als NSDAP-Mitglieder identifiziert.

Karl-Heinz Stadtler (SPD) nannte im Kreistag nur einige markante Fälle aus dem rund 40-seitigen Bericht, der die NSDAP-Mitgliedschaft auch im Kontext einordnet und zudem Details im Einzelfall aufgearbeitet hat.

• Fritz Marquardt, einst NS-Landrat des Landkreises der Twiste.

• Rudolf Sempf: Bürgermeister von Bad Wildungen 1934 - 1945. Er habe seine Stadt als erste im Kreis „judenfrei“ gemeldet.

Eine Geschichte über einen ehemaligen Nazi-Schergen, der nach dem Krieg über Jahre unbehelligt im Waldecker Land lebte, lesen Sie in den gedruckten Dienstagsausgaben der HNA in Waldeck-Frankenberg.

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