Kabarettistin Frieda Braun unterhielt das Publikum mit trockenem Humor

Alles in Butter: Bei ihrem Auftritt in der Nordwaldeckhalle in Külte eroberte die Kabarettistin Karin Berkenkopf als biedere Rentnerin Frieda Braun die Herzen des Publikums. Foto:  Müller

Külte. Auch in Külte hat Karin Berkenkopf, alias Frieda Braun, die rüstige Rentnerin aus dem Sauerland, locker die Halle gefüllt. „Hallo, ihr könnt Frieda zu mir sagen, dann wird’s gleich kuschelig“, begrüßte sie die etwa 600 Besucher am Samstagabend in der Nordwaldeckhalle.

„Ich bin heute Morgen dem Erwin weggelaufen“, begann sie zu berichten. „War alles schnell gepackt, schließlich braucht man nur wenig, um glücklich zu sein. Wichtig is’, was du zu Hause lässt“, erklärte sie ihre spontane Entschlossenheit.

„Aber was ist, wenn Erwin, der seit Jahren immer dieselben Zahlen im Lotto spielt, diese Woche plötzlich gewinnt – und ich bin dann weggelaufen?“ Was solls, schließlich hat Freundin Lisbeth es mit ihrem Gatten Franz auch nicht leicht: obwohl sie es schafft, ihm, dem vernarrten Fußballextremisten, die gesamte Fußball-WM zu verleiden. Ach ja, und erst der Ausflug der beiden Freundinnen Fine und Brunhild am Hochzeitstag von Charles und Camilla zum Friseur, den die beiden Frauen mit merkwürdigen Frisuren bezahlen.

„Alles in Butter!“ hieß das Programm, mit dem die aus Winterberg stammende Kabarettistin das Publikum über zwei Stunden bestens unterhielt. Ihr trockener, bisweilen subtiler Humor ist es, der die Zuschauer immer wieder zum Lachen bringt. Auch als sie gegen das Vorurteil angeht, die Sauerländer sind stur. Den Beweis, dass dem nicht so ist, lieferte eine Dame aus dem Publikum, die von Frieda gleich mal zu Kontaktübungen missbraucht wurde.

Merkwürdige FrisurMit ihrer großen Hornbrille, der altmodischen Strickjacke und einer merkwürdigen Lockenwicklerfrisur gewinnt sie die Herzen des Publikums. Ohne Punkt und Komma springt sie zwischen den Themen umher, erzählt von Erwin, der seit Neuestem alle Werbeanzeigen studiert, um dann zu beweisen, wie man beim Einkaufen viel Geld sparen kann. Oder den „Jungrentnern“, die mit dem Eintritt ins Rentendasein zum Schwarzunternehmer werden.

Aus dem Leben gegriffen sind die Themen, mit denen Frieda Braun die Lachmuskeln beim Publikum beflissen strapaziert. Ruhig und intensiv berührt sie den Nerv der Zeit, in dem sich das Publikum ständig wiederfindet und der am Ende mit begeistertem Applaus honoriert wird.

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