Siebenkämpferin aus Bad Wildungen bei Olympia am Start

1. 100 Meter Hürden Wichtig ist, mit einer guten Zeit den Siebenkampf zu eröffnen. „Klappt das, lässt die Anspannung nach“, weiß Carolin Schäfer. Für sie ist die größte Hürde der Start: „Ich hab immer ein Problem mit der ersten Hürde, weil ich da oft zu dicht dran bin. Daran haben wir sehr hart gearbeitet.“ Die schnellste Zeit bei einem Siebenkampf erreichte 2012 die Britin Jessica Ennis-Hill. Bei den Olympischen Spielen in London lief sie 12,54 Sekunden. Schäfers Bestleistung liegt bei 13,20 Sekunden. „Für mich eine sehr gute Zeit. Wenn ich da rankomme, werde ich eine ordentliche Punktzahl stehen haben.“ • Freitag, ab 14.35 Uhr, ARD
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2. Hochsprung „Hauptsache kein Regen“, hofft Schäfer bei der zweiten, technisch anspruchsvollen Disziplin, in der es bei ihr in diesem Jahr lange ein wenig gehakt hat. „So richtig bin ich nicht reingekommen“, sagt die Bad Wildungerin, die zuletzt in Götzis aber 1,80 Meter sprang. „Das möchte ich auch in Rio erreichen.“ Schäfer wählt je nach Bedingung und Gefühl beim Einspringen eine Einstiegshöhe im Bereich von 1,70 Metern. „Ich muss darauf achten, das Schwungbein länger zu halten und den richtigen Abstand zur Latte erwischen.“ Und weiter: „Man muss vor allem cool bleiben.“ Die Bestleistung im Siebenkampf stellte 2006 die Belgierin Tia Hellebaut mit 1,97 Metern auf. Schäfers Bestleistung liegt bei 1,84 Metern. • Freitag, ab 15.50 Uhr, ARD
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3. Kugelstoßen Im Winter hat Carolin Schäfer hart an ihrer einstigen Problemdisziplin gearbeitet, unter anderem mit Bewegungsanalysen. „Ich konnte teilweise schon keinen Kugelstoßring mehr sehen.“ Mittlerweile stößt sie stabiler, 14,56 Meter in diesem Jahr waren eine persönliche Bestleistung. Das ist auch das Mindestziel für Rio. „Ich hoffe, dass mir nach vorne mal einer herausrutscht.“ Auch hier gilt vor allem eins: Ruhe bewahren. Die Siebenkampf-Bestweite hält die Ukrainerin Natalya Dobrynska (17,29 Meter). • Samstag, ab 1.35 Uhr, ZDF
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4. 200 Meter Sprinten liegt Carolin Schäfer, daher sind die 200 Meter zum Abschluss des ersten Tages ihre Lieblingsdisziplin. „Da geht das Adrenalin noch einmal stark nach oben.“ Die einzelnen Läufe werden nach der gemeldeten Bestzeit zusammengestellt. 23,37 Sekunden sind ihre Bestleistung. Schäfer weiß: „Damit muss ich mich nicht verstecken. Wenn das in Rio auch so läuft, bin ich vorn mit dabei.“ Die schnellste je in einem Siebenkampf gelaufene Zeit erreichte 1988 Jackie Joyner-Kersee (USA) in 22,30 Sekunden. • Samstag, ab 3.05 Uhr, ZDF
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5. Weitsprung Trotz der Anstrengung startet die 24-Jährige in der Regel ausgeruht in den zweiten Tag. „Eigentlich schlafe ich immer gut“, erklärt die Siebenkämpferin, die für den Weitsprung viel getan hat und stabiler geworden ist. „Ich kann konstant Weiten im Bereich von 6,30 Metern anbieten.“ Wichtig ist, dass Schäfer ihre hohe Schnelligkeit gültig auf das Brett bekommt. Sicherheitssprünge lehnt sie ab, auch wenn es 2015 bei der WM in Peking keinen gültigen Versuch gab und alle Träume dahin waren. „Das bringt nichts. Ich gehe volles Risiko.“ Die Bestweite in einem Siebenkampfs wird seit 1988 von Jackie Joyner-Kersee gehalten (7,27 Meter). Schäfers Bestweite: 6,31 Meter. • Samstag, ab 16.45 Uhr, ZDF
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6. Speerwerfen Mit ihren Leistungen beim Speerwerfen ist Schäfer in diesem Jahr zufrieden. „Ich werfe wesentlich befreiter“, sagt die 24-Jährige, die 2016 mit 50,73 Metern eine neue persönliche Bestmarke aufgestellt hat. Der Speer wird nach den Windverhältnissen angestellt. „Ich muss bei mir darauf achten, dass die Spitze auf Augenhöhe ist und dass mein Becken nach vorne gebracht wird.“ Die beste Weite während eines Siebenkampfs erzielte die Britin Tessa Sanderson mit 64,64 Metern. • Sonntag, ab 1 Uhr, ARD
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7. 800 Meter zum Abschluss Vor der Abschluss-Disziplin haben die meisten Athletinnen gehörig Respekt. Die zwei Stadionrunden gehörten früher zu Schäfers Schwachdisziplinen. „Aber auch hier haben wir sehr hart gearbeitet.“ Schäfers Ziel für Rio ist eine Zeit zwischen ihrer bisherigen Bestzeit 2:14 und 2:12 Minuten. Übrigens: Das Feld wird nach den bis dato erzielten Ergebnissen geteilt. Das heißt: Im letzten Lauf werden die Siebenkämpferinnen mit den meisten Punkten starten. Vor dem Lauf besprechen sich Athletin und Trainer über die Ausgangslage. „Da wird dann entschieden, ob ich taktisch laufe, oder vorne weg gehe.“ • Sonntag, ab 3.50 Uhr, ARD
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Am Freitag startet bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro der Siebenkampf der Frauen. Mit dabei ist auch eine Nordhessin: Carolin Schäfer.

Die Bad Wildungerin geht als derzeit beste Deutsche ins Rennen um die Medaillen. Los geht es am Freitag mit den Disziplinen 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen und 200 Meter, am Samstag folgen der Weitsprung, Speerwerfen und der 800 Meter-Lauf. Auf dieser Sonderseite stellt Carolin Schäfer die einzelnen Disziplinen des Siebenkampfs vor.

Zur Person:

Carolin Schäfer (24) stammt aus Bad Wildungen. Sie startet für den TV Friedrichstein. Mit elf Jahren begann sie mit der Leichtathletik. Die Polizeikommissarin wurde U 20-Weltmeisterin (2008), U 20-Europameisterin (2009) und Deutsche Meisterin (2013) im Siebenkampf. 2014 landete sie bei der EM in Zürich auf Rang vier. Ihre Bestleistung liegt bei 6557 Punkten. Schäfer war bis zu dessen Tod im Februar 2015 mit dem Volleyballspieler Dennis Hefter liiert.

Für diese Leistungen gibt es 100 Punkte:

100 m Hürden:

13,85 Sek.

Hochsprung:

1,81 Meter

Kugelstoßen:

17,07 Meter

200 Meter:

23,80 Sek.

Weitsprung:

6,47 Meter

Speerwerfen:

57,18 Meter

800 Meter:

2:07,60 Min

Sieben Fakten zum Siebenkampf:

• Der Siebenkampf der Frauen ging aus dem Fünfkampf hervor, der bis 1981 ausgetragen wurde.

• Für jede Disziplin gilt eine Punktetabelle. Das Gesamtergebnis wird durch die Addition der Einzeldisziplinen gebildet. Die Tabelle wurde übrigens letztmals 1985 geändert.

• Den ersten offiziellen Weltrekord stellte Ramona Neubert (DDR) auf. Ihre Punktzahl: 6716.

• Erstmals übertraf Jackie Joyner-Kersee (USA) 1986 die Marke von 7000 Punkten. Sechsmal gelang ihr das in ihrer Karriere – niemand schaffte das öfter.

• Joyner-Kersee hält auch den Weltrekord mit 7291 Zählern – aufgestellt 1988 in Seoul. Sie ist die bislang erfolgreichste Siebenkämpferin mit zwei Olympia-Siegen und zwei Weltmeistertiteln.

• 2012 bei den Sommerspielen in London holte sich die Britin Jessica Ennis-Hill bei ihrem Heimspiel Olympia-Gold mit 6955 Punkten. Auch für Rio gilt sie als heiße Medaillenkandidatin. Zuletzt in Ratingen holte sie 6733 Punkte.

• Die Jahresbestleistung 2016 hält Brianne Theisen-Eaton (Kanada) mit 6765 Punkten. Carolin Schäfer liegt mit 6557 Zählern auf Rang vier.

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