Info-Veranstaltung im Kreiskrankenhaus

Palliativ- und Hospiznetzwerk Waldeck-Frankenberg betreut Schwerkranke

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Begleitung in der letzten Lebensphase: (von rechts) Michaela Salamon und Corinna Oertel vom Palliativ- und Hospiznetzwerk informierten beim Ambulanten Hospizverein über ihre Arbeit. Hier mit der Vorsitzenden des Ambulanten Hospiz’ Christl Weimann und dem Frankenberger Stadtrat Harald Rudolf, der einen Scheck für die Vereinsarbeit überreichte.

Waldeck-Frankenberg. Das Palliativ- und Hospiznetzwerk Waldeck-Frankenberg hat auf Einladung des Ambulanten Hospizvereins Frankenberg im Kreiskrankenhaus über seine Arbeit informiert.

Den Tod können auch sie nicht abwenden - aber sie können einem schwerkranken und sterbenden Patienten ein menschenwürdiges und weitgehend selbstbestimmtes Leben in seiner letzten Phase ermöglichen: „Eines unserer Hauptziele ist die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten und auch der Angehörigen“, sagte Michaela Salamon vom Vorstand des Palliativ- und Hospiznetzwerks Waldeck-Frankenberg. Mit Koordinatorin Corinna Oertel hat Salamon über die Arbeit des Netzwerks informiert.

Das 2009 gegründete Netzwerk mit Sitz in Bad Arolsen ermöglicht und koordiniert die ambulante Versorgung totkranker Patienten und erfüllt damit die gesetzlichen Vorgaben, nach denen seit 2007 jeder gesetzlich Versicherte einen Anspruch auf palliativmedizinische Versorgung hat. Palliativtherapie leite sich vom lateinischen Wort Pallium für Mantel ab. „Palliativ bedeutet daher so viel wie Ummantelung in der letzten Lebensphase“, erläuterte Michaela Salamon.

Einen Anspruch nach dem Sozialgesetzbuch haben schwerstkranke Menschen, „die an einer nicht heilbaren Krankheit mit begrenzter Lebenserwartung leiden und einen besonderen Versorgungsbedarf aufweisen“.

„Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen, wenn der Hausarzt eine Verordnung über spezialisierte ambulante Palliativversorgung ausstellt“, teilte Salamon mit. Daraufhin werde von der Netzwerkkoordinatorin ein lokales Palliativ-Team vermittelt, das jeweils aus einer palliativpflegerisch weitergebildeten Pflegekraft sowie einem Palliativ-Arzt bestehe. Im Erstgespräch mit Hausarzt, Palliativ-Team und möglicherweise Pflegedienst würden der individuelle Bedarf und die Strategie gemeinsam festgestellt. „Der Hausarzt ist da und bleibt auch der Hausarzt“, betonte Salamon.

Das Palliativ-Team arbeite eng mit dem Hausarzt zusammen und treffe sich regelmäßig zu Besprechungen und Beurteilungen der Behandlungsziele - wenn erwünscht, unter Beteiligung der Angehörigen. „Wir sind alle nur für das Wohlbefinden des Patienten zuständig“, fasste sie zusammen. Konkret gehe es um die Linderung von Schmerzen und Beschwerden wie Atemnot, Verwirrtheit oder Angst. „Auch wenn wir die Symptome nicht komplett ausmerzen können, können wir sie zumindestens lindern.“

Es müsse nicht alles „traurig, trist und trostlos“ sein, betonte Dr. Michael Dickeler vom Netzwerkteam und plädierte dafür, den Fokus nicht auf das Sterben, sondern auf das verbleibende Leben zu richten. Den „Wert des Augenblicks“ gelte es zu erkennen. „Man kann bis zum Schluss immer noch was tun für den Patienten.“ Wichtig sei, „sensibel“ zu bleiben: „Bedenken sie: Ist es der Wunsch des Patienten oder mein eigener?“, mahnte Dickeler.

Von Susanna Battefeld

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