Motto "Solidarität statt Hetze"

Vor Volkmarser Nordhessenhalle demonstrieren 350 Menschen gegen AfD-Veranstaltung 

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Gegendemo von SPD, Linken, DGB, Grünen, Unabhängiger Liste und FDP gegen die Afd-Veranstaltung in der Volkmarser Nordhessenhalle.

Volkmarsen. Tag der Deutschen Einheit in der Kugelsburgstadt: SPD, Linke, DGB, Grüne, Unabhängige Liste und FDP demonstrieren gegen AfD-Veranstaltung in der Volkmarser Nordhessenhalle.

In der Nordhessenhalle hatte die AfD zu einer Wahlkampfveranstaltung mit ihrem Spitzenkandidaten bei der hessischen Landtagswahl, Dr. Rainer Rahn, weiteren Landtagskandidaten und einem Bundestagsabgeordneten eingeladen. - Rund 120 interessierte Zuhörer nutzen die Gelegenheit, sich bei Kaffee und Kuchen auf die Landtagswahl einstimmen zu lassen.

Vor der Nordhessenhalle waren nach Schätzungen der Polizei rund 350 Gegendemonstranten dem Aufruf des DGB, der SPD, der Linken, der Grünen im Landkreis Waldeck-Frankenberg  sowie der Unabhängigen Liste und der FDP Volkmarsen gefolgt, unter dem Motto "Solidarität statt Hetze" gegen die Parolen der AfD Flagge zu zeigen.

Die Polizei sorgte mit starken Kräften und Absperrgittern dafür, dass sich beide Gruppen nicht in die Quere kamen. Zahlen zu Einsatzkräfte nennt die Polizei bei solchen Gelegenheiten nie. Die Zahl der Fahrzeuge deutete jedoch auf eine Hundertschaft hin.

Gegendemo von SPD, Linken, DGB, Grünen, Unabhängiger Liste und FDP gegen die Afd-Veranstaltung in der Volkmarser Nordhessenhalle.

Als sich der Demonstrationszug vom Marktplatz kommend, vor der Nordhessenhalle am Stadtbruch versammelt hatte, ergriff zunächst die DGB-Regionsgeschäftsführerin Jenny Huschke das Wort. Sie warf der AfD in einer scharfen Rede vor, in Chemnitz unverhohlen den Schulterschluss mit der rechtsradikalen Pegida, Neonazis und verurteilten Hooligans praktiziert zu haben. Die Sprache der AfD erinnere an die die Nationalsozialisten.

 Als Volksverräter seien SPD und Gewerkschaftler schon einmal verunglimpft worden. Ebenso unerträglich sei es, wenn AfD-Sprecher Gauland den Holocaust und den von Nazi-Deutschland angezettelten Zweiten Weltkrieg als "Vogelschiss der Geschichte" verharmlose.

Aber auch inhaltlich ging Huschke die AfD scharf an. Ihr Familienbild verbanne die Frau zurück an den Herd. Statt Klimapolitik werde Atomkraft propagiert und von Tarifverträgen halte die AfD auch nichts.

Ebenso sei die Haltung der AfD zu Behinderung und Inklusion zu kritisieren, so die Gewerkschafterin. Behinderung werde als Krankheit gesehen, die Ausgrenzung rechtfertige. 

Auch die SPD-Landtagskandidatin Jutta Kahler ergriff das Wort bei der AfD-Gegendemo vor der Nordhessenhalle. Auch ihr bereite die Sprache der AfD große Sorge. Kahler rief daher auf, für demokratische Freiheiten in einem freien Land einzutreten.

Davon unbeeindruckt trafen sich in der Nordhessenhalle, Mitglieder und Interessierte der AfD aus ganz Nordhessen. Die Landtagskandidaten aus Waldeck-Frankenberg, Stadt und Kreis Kassel waren fast vollzählig vertreten.

Landtagskandidat Hakola Dippel aus Volkmarsen.

Der AfD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl, Dr. Rainer Rahn, sprach ausführlich über die Folgen der Flüchtlingszuwanderung und zeichnete ein Bild von schleichender Auflösung des Rechtsstaates. Zu oft würden Muslimen Sonderrechte eingeräumt. Dabei müsse das Gesetz für alle Menschen im Land gleichermaßen gelten.

Der Volkmarser AfD-Kandidat Hakola Dippel sprach sich für ein Ende der Inklusion in hessischen Schulen aus. Kinder, die Probleme hätten, dem regulären Unterricht zu folgen, sollten besser wieder in Sonderschulen unterrichtet werden. 

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