61-Jähriger wurde schwer verletzt

Bei Temperaturen um null Grad: Mann war zwei Tage unter Traktorrad eingeklemmt

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Er konnte sich nicht befreien: Unter einem Hinterrad dieses Traktors war ein Mann von Samstag bis Montag bei Sachsenhausen eingeklemmt.

Sachsenhausen. Dramatisches Unglück bei Sachsenhausen: Offenbar seit Samstag war dort ein 61 Jahre alter Landwirt unter dem Hinterrad seines Traktors eingeklemmt.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt überlebte der Mann, den Feuerwehrleute am Montag mit speziellen Luftkissen befreiten.

Aktualisiert um 16.29 Uhr

Mit seinem Klöckner-Deutz-Traktor war der 61-jährige Mann am Samstagnachmittag im Sachsenhäuser Feldgemarkung „Dörenberg“ unterwegs gewesen. Er wollte nach Auskunft der Polizei mit dem Frontlader einen Baumstamm von einem Wirtschaftsweg räumen. Da der Stamm mehrfach abrutschte, stieg der Landwirt von seinem Traktor, um den Stamm anzubinden. Als er seitlich von seinem Fahrzeug abstieg und zwischen Vorder- und Hinterrädern stand, rollte der Traktor nach vorne, weil die Handbremse nicht richtig angezogen war. Die Hinterräder erfassten den Mann so, dass er stürzte.

Sein linkes Bein wurde dabei von einem Hinterrad eingeklemmt, so dass er sich nicht selbst befreien konnte. In dieser misslichen und lebensbedrohlichen Situation musste er zwei Tage lang ausharren, bis endlich eine zufällig vorbeikommende Spaziergängerin am Montagnachmittag um 14.40 Uhr die Hilferufe des Verletzten hörte.

Unverzüglich informierte die Frau die Rettungskräfte. „Das hätte jeder andere doch auch so gemacht.“ Die Spaziergängerin, die dem Verletzte half Feuerwehrleute aus Sachsenhausen rückten aus und hoben den Traktor mit speziellen pneumatischen Hebekissen an. Entkräftet und unterkühlt brachte eine RTW-Besatzung den Landwirt in ein Krankenhaus. Wie sich herausstellte, war der Mann bei dem Unfall zwar schwer verletzt, aber sein Gesundheitszustand ist aber stabil und der Mann befindet sich auf dem Weg der Besserung.

Laut Polizeisprecher Volker König bewirtschaftet der Landwirt alleine einen Hof in Sachsenhausen. „Das ist auch der Grund, warum er zwei Tage lang nicht vermisst wurde“, sagte der Polizeisprecher. „Das hätte jeder andere doch auch so gemacht“, winkte die Spaziergängerin ab auf die Frage, wie sie sich als Lebensretterin fühle. Und so beschrieb die sympathische Frau aus Sachsenhausen, die nicht genannt werden möchte, den entscheidenden Moment: Sie sei mit ihrem jungen Golden Retriever „Kalli“ am Montagnachmittag im Feld spazierengegangen.

Aus einiger Entfernung habe sie zwar den Traktor an der Unglücksstelle stehen sehen, den Verletzten aber zunächst nicht bemerkt. Sie habe schon weitergehen wollten, als sie die Hilferufe des Verunglückten hörte. Sie sei sofort zu ihm hingelaufen und habe ihm gesagt, dass sie zwar kein Handy bei sich habe, aber sofort loslaufen werde, um Hilfe zu holen.

Der 61-Jährige sei ansprechbar gewesen und „hat mir erzählt, dass er seit Samstag unter dem Rad eingeklemmt war“, berichtet die Retterin. Dann ging alles recht zügig: Schnellen Schrittes eilte die Sachsenhäuserin zu einem Stall etwa 700 Meter entfernt. Die dort anwesenden Landwirte aus Alraft wählten den Notruf und fuhren mit einem großen Radlader zur Unglücksstelle.

„Wir wollten den Trecker eigentlich mit dem Radlader anheben, aber das wollten die Rettungskräfte nicht“, berichtet einer der Landwirte – aus Sicherheitsgründen. So habe man das Eintreffen der Feuerwehr wenige Augenblicke später abgewartet.

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