"Habe so etwas noch nicht erlebt"

Großbrand in Sachsenhausen: Reportage aus dem Flammeninferno

Drei Drehleitern im Einsatz: Das ist selbst für Feuerwehrleute ein ungewöhnlicher Anblick. Aus Korbach, Bad Arolsen und Wolfhagen rückten die Geräte nach Sachsenhausen an. An diesem Bild wird die Dimension des Brandes deutlich – links ist das Wohnhaus zu sehen, wo das Feuer ausbrach, rechts die angrenzende, ebenfalls betroffene Lagerhalle. Fotos: Müller

Sachsenhausen. Drei Drehleitern kreisen das Feuer ein. Aus der Höhe treffen dicke Wasserstrahlen die Flammen, die aus einem Hallendach schlagen. Es zischt, Rauchwolken steigen hundert Meter in den Himmel. Eine Reportage vom Großbrand in Sachsenhausen, der am Samstag einen Millionenschaden angerichtet hat.

Großeinsatz in Sachsenhausen. Es ist Samstagvormittag, ein Wohnhaus und eine Lagerhalle brennen. Ein Wirrwarr von Schläuchen zieht sich durch die Straßen des Waldecker Stadtteils, mehr als ein Dutzend rote Fahrzeuge mit Blaulichtern prägen die Szenerie. Überall Feuerwehrleute: mit Atemschutzmasken, mit Schläuchen, in den Körben auf den Drehleitern. „Helm auf, marsch rein!“, ruft eine Uniformierte einer Gruppe zu. Qualm wälzt sich durch die Gassen, beißender Geruch liegt in der Luft.

Flammenmeer: Zeitweise brannten Gebäudeteile auf dem weitläufigen Areal lichterloh.

„Die Bewohner sind im Urlaub“, sagt ein Passant. „Das Gebäude habe ich schon einmal brennen sehen, in den 1960er-Jahren“, meint ein anderer. Beide beobachten, wie die Feuerwehrleute immer wieder von mehreren Seiten die Flammen angreifen. Ins Haus können sie mit Atemschutz vordringen. In die Halle nicht. Sie ist schon teilweise eingestürzt, dort reinzugehen, wäre viel zu gefährlich. Auch darum sind die Drehleitern hier: Sie löschen von oben, wo man von unten nicht herankommt.

Lagerhalle: Auch sie brannte aus, eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach wurde zerstört.

Etwas entfernt stehen Anwohner. Einen Knall habe sie gehört, schon am Vorabend des Brandes, sagt eine Nachbarin. „Ich dachte, es hätte jemand geböllert.“ Morgens habe es nochmals geknallt – und dann habe sie Rauch gesehen. Andere Anwohner helfen den Helfern, holen kannenweise Kaffee: „Den muss ich auf dem Holzofen machen, der Strom ist weg“, sagt eine Frau.

Mittendrin steht Einsatzleiter Bernd Schäfer. Seit Stunden kämpfen er und seine Kameraden schon gegen die Flammen. Es wird weitere Stunden dauern, ahnt er zu diesem Zeitpunkt schon. Wie lange genau, ist nicht klar. Doch eines weiß Schäfer mit Blick auf die Dimensionen des Brandes schon jetzt: „So einen Einsatz habe ich noch nicht erlebt.“

Von Matthias Müller

Fotos: Bilder aus der Luft

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