Saunieren im Landkreis könnte teurer werden

Symbolfoto:  dpa

Waldeck-Frankenberg. Der Deutsche Saunabund schlägt Alarm: Ab dem 1. Juli sollen Bäderbetriebe mit Saunalandschaften statt der bisher sieben Prozent Mehrwertsteuer 19 Prozent auf den Saunaeintritt an das Finanzamt abführen.

Das teilte das Bundesfinanzministerium dem Deutschen Sauna-Bund mit. Betroffen sind auch Bäderbetriebe und Wellness-Hotels im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Aus finanztechnischen Gründen wurde von den Finanzministerien des Bundes und der Länder beschlossen, die seit 1968 geltende Umsatzsteuerermäßigung abzuschaffen.

Nach Berechnungen des Deutschen Sauna-Bundes wird allein die Zahl der wöchentlichen Saunabesucher um etwa zehn Prozent abnehmen und zu einem finanziellen Verlust in der Branche von 70 Millionen Euro führen. Rolf-Andreas Pieper, Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes in Bielefeld: „Ein Großteil der 2150 öffentlichen Saunabäder kommt in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten.“

Gut besuchte Saunaanlagen tragen als Bestandteil öffentlicher Bäder wesentlich zu deren Finanzierung bei. Diese Ansicht teilen auch kommunale Spitzenverbände wie Deutscher Städtetag, Landkreistag, Städte- und Gemeindebund und der Verband Kommunaler Unternehmen. Sie haben das Bundesministerium aufgefordert, die Umsatzsteuerermäßigung fortzuführen oder eine Neuregelungaufzunehmen.

Der Deutsche Sauna-Bund hat seine 900 Mitgliedsbetriebe gebeten, unter ihren Gästen eine Unterschriften-Aktion durchzuführen. Mitglied im Deutschen Sauna-Bund ist auch das Bad Arolser Freizeitbad Arobella mit großer Saunalandschaft.

„Wir werden den Saunapreis erhöhen müssen“, sagte Betriebsleiterin Jeannine Trsek. Das Geld sei nur leider nicht dazu da, um damit arbeiten zu können, sondern werde gleich zum Finanzamt „durchgewunken“. (mow)

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