Zum Hit von Rapper Jay Z

Austauschschüler singt über Warburg: Video 25.000 Mal geklickt

Warburg. James Roldan fühlt sich ein bisschen wie ein Rockstar. An seiner Schule gibt er Autogramme. Der Grund ist ein Video, das er bei Youtube hochgeladen hat.

Mittlerweile hat der Beitrag fast 25.000 Klicks. Wohl kaum ein 18-Jähriger hat schon eigene Visitenkarten oder gibt an seiner Schule Autogramme. Bei James Roldan ist das so: Der Austauschschüler aus Florida wird in Warburg und Umgebung gerade ein bisschen behandelt wie ein Rockstar. Das liegt zweifellos an dem Video, das er am Sonntag bei Youtube hochgeladen hat und in dem Warburg im Mittelpunkt steht.

„Das Video soll eine Brücke zwischen der deutschen und amerikanischen Kultur sein. Mit Youtube kann ich beide Kulturen verbinden und meine Erlebnisse in Deutschland teilen“, erklärt Roldan. Sein Video ist innerhalb von vier Tagen bereits knapp 25.000 Mal angesehen worden. Nicht nur in der Region, auch weltweit: Sogar in Australien wurde es bereits angeklickt. Roldan ist einer von 50 Amerikanern, die mit dem Parlamentarischen Patenschafts-Programm für ein Austauschjahr nach Deutschland gekommen sind. Seit August 2014 ist Roldan in Deutschland und lebt bei seiner Gastfamilie Zavelberg-Simon in Warburg. Genau wie seine 15-jährige Gastschwester Carlotta besucht er das Warburger Hüffertgymnasium. Auch einige Schüler aus den angrenzenden Kreisen Waldeck-Frankenberg und Kassel gehen hier zur Schule.

Die teilnehmenden Stipendiaten müssen im Rahmen des Austausches ein Projekt einreichen. „Viele machen Referate oder Lieder zu ihrem Gastland. Ich wollte aber etwas anderes, etwas Besonderes machen. Also habe ich mich für das Video entschieden“, erzählt James.

Viele Stunden Arbeit 

Zusammen mit seiner Schwester Christina, die ihn in den Winterferien besucht hat, seiner Gastschwester Carlotta sowie vielen Warburger Bürgern hat er Anfang Januar das Video gedreht. Alles, was er dafür brauchte, waren Laptop, Kamera und Stativ. Wie lange er zur Fertigstellung gebraucht hat, kann Roldan gar nicht genau sagen. „Es waren viele Stunden“, sagt er lachend.

Der Clip bei Youtube ist Roldans ganz persönliche Liebeserklärung an die Stadt: Besonders begeistert ist er von den alten Gebäuden der Stadt. In seinem Video stehen deshalb auch die vielen Fachwerkhäuser und Türme im Mittelpunkt - sogar mit Namen.

„Ich wusste selbst nicht mal, wie die alle heißen“, gesteht Carlotta Simon lachend. Roldans Interesse für historische Gebäude kommt nicht von ungefähr: In der Schule hatte er als Leistungskurs „European History“ belegt.

Auch wenn vielen Fans der Clip von Roldan besser gefällt als der offizielle Stadtfilm, als reines Image-Video will der 18-Jährige sein Projekt nicht sehen: „Für mich ist es eine gute Möglichkeit, etwas gegen Klischees und Vorurteile zu machen.“ Fans des Musikers Jay Z werden die Melodie des Liedes in dem Video erkennen.

Viele Stunden Arbeit: Nur mit Laptop, Kamera und Stativ hat James Roldan das Video erstellt.

Die Resonanz auf das Video ist bis jetzt durchgehend positiv. „James ist schon ein richtiger Star“, sagt Carlotta schmunzelnd. „In der Schule gibt er Autogramme und die anderen Kinder singen seinen Liedtext mit.“ Auf der Straße werde er von begeisterten Bürgern angesprochen - sogar der Bürgermeister von Warburg habe sich gemeldet und das Video gelobt. „Mit dieser großen Resonanz hat niemand gerechnet. Aber es macht mich stolz und glücklich, dass den Leuten das Video so gut gefällt“, sagt Roldan. Erfahrungen mit dem Produzieren von Videos hat er auf seiner Highschool in Florida gesammelt. Bei einem Dokufilm-Wettbewerb für einen TV-Sender hat der 18-Jährige den zweiten Platz belegt - von 3000 eingereichten Beiträgen.

Auch in Deutschland hat Roldan neben dem Warburger noch drei weitere Videos produziert. Unter dem Titel „The great exchange“ zeigt er Ausschnitte aus seinem Leben als Austauschschüler in Deutschland. Der vierte Clip ist schon geplant: Dieses Mal soll Karneval im Mittelpunkt stehen.

Hintergrund 

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (englisch: Congress Bundestag youth exchange) hat es sich zum Ziel gesetzt, Deutschen und Amerikanern ein Stipendium im jeweils anderen Land zu ermöglichen. Das Programm wird vom Deutschen Bundestag und dem US-Congress gefördert und steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten. Für alle Stipendiaten gibt es einen Crashkurs in Sprache und Kultur ihres Gastlandes, bevor sie in ihr Auslandsjahr starten. Das Programm besteht seit 1983 und richtet sich an Schüler sowie junge Berufstätige.

Von Christine Heinz

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