Schritt für Schritt

Fassade: Rund um den Eingang zum Foyer wird das Mauerwerk instand gesetzt.

Gut 900 Jahre ist es her seitdem Graf Erpo von Padberg in Flechtdorf ein Benediktinerkloster erbauen ließ. Stolz recken sich noch heute die beiden Türme über die Dächer des Diemelseer Ortsteils Flechtdorf.

Vor sieben Jahren hat der ein Jahr zuvor gegründete Förderverein des Klosters die Gebäude übernommen und kämpft seitdem um den Einhalt des Verfalls. Bis zum Ende des Jahres wurde bereits eine Millionen Euro in das gotische Ensemble investiert.

In diesem Jahr blickt Helmut Walter, der von Beginn an dem Förderverein voransteht, auf keine größeren Überraschungen zurück. Auch beim Ausheben der Grube für den Flüssiggastank stieß der Bagger auf keine Mauerreste, die Bodendenkmalpflege konnte den Aushub beruhigt dokumentieren. Der Flüssiggastank ist ein Baustein der Arbeiten, die in diesem Jahr bewältigt wurden und es aufgrund von Verzögerungen auch noch werden.

Haustechnik

Denn das einmal als Foyer dienende Abtshaus sowie die angrenzenden Ställe, die ehemals Kühe und Pferde beherbergt haben, bekommen mit Gas, Wasser, Strom und Abwasser komplette Haustechnikanschlüsse. Im Pferdestall ist dabei beispielsweise ein interessanter Holzkasten entstanden, in dem die Toiletten untergebracht werden.

Allein in 2014 hatte der Förderverein – hauptsächlich aus EFRE-Fördermitteln – 360 000 Euro zur Verfügung, damit soll zumindest ein Teil der Gebäude soweit fertiggestellt werden, dass diese nutzbar sind. Noch gar nicht in Angriff genommen werden konnte der teilweise einsturzgefährdete Dachstuhl des Westflügels. „Dort könnte ein wunderschöner Raum entstehen“, ist sich Walter sicher. Doch derzeit wartet der Vorsitzende noch auf eine Antwort der Bundesregierung auf einen Förderantrag.

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Angegangen werden derzeit das Foyer sowie der darüber liegende ehemalige Fruchtboden, der als Ausstellungsraum dienen soll. Daran schließt sich der Boden über dem Pferdestall an, in dem vier Zimmer für Übernachtungsgäste entstehen sollen. Wo einst die Kühe standen, wird ein Seminarraum entstehen, in dem auch Veranstaltungen und Familienfeiern abgehalten werden können. Nur die Küche macht laut Walter noch keine Fortschritte.

Feiern soll man sogar Hochzeiten in dem historischen Gebäude. Das Trauzimmer hat schon neue Fenster erhalten, derzeit wird am Fußboden gebaut. Doch bislang steht noch nicht fest, wann der Raum als Standesamt genutzt werden kann, Helmut Walter musste schon einigen Heiratswilligen absagen.

260 Mitglieder

Insgesamt wartet Walter auf die Fertigstellung und den Tag der Einweihung, Verzögerungen und eine Insolvenz einer bauausführenden Firma haben den Zeitplan immer wieder zurückgeworfen. Doch auch auf die 260 Mitglieder des Fördervereins wartet noch Arbeit, denn die Pflasterarbeiten im Hof sollen in Eigenleistung erfolgen, damit in den alten Mauern, die aufgrund eines Marienbildes und zahlreicher Reliquien religiöser Anziehungspunkt der Region waren, schon bald wieder Leben einzieht. (zhs)

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