Schüleraustausch nach Paris wegen Terrorgefahr verschoben

Eine Fremdsprache lernt man am besten im Ausland. Daher sollten wie jedes Jahr Französisch-Schüler der MPS Goddelsheim nach Frankreich reisen. Nach der Absage der Partnerschule wird jetzt ein neuer Termin gesucht. Foto: dpa

Goddelsheim. Die französische Partnerschule der MPS Goddelsheim hat den Besuch der deutschen Schüler im März erst mal abgesagt. Grund sind Sicherheitsvorkehrungen in Paris.

Große Gruppen dürfen in Paris derzeit keine öffentlichen Plätze und Gebäude besuchen. Ob Eiffelturm oder Louvre, touristische Ziele, die für die Austauschschüler der MPS Goddelsheim interessant wären, sind wegen erhöhter Terrorgefahr betroffen. Deshalb hat die Partnerschule Collège Daniel Fery in Limeil Brévannes, einem Vorort von Paris, den Besuch der Lichtenfelser Schüler und Lehrer abgesagt.

Etwa 20 Schüler ab der 7. Klasse wollten im März für acht Tage die Partnerschule besuchen, sagt die Schulleiterin der MPS Goddelsheim Ilona Krug. Nach dem Terroranschlag auf das Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ Anfang Januar in Paris seien die dortigen Behörden in Alarmbereitschaft. Die Partnerschule müsse bis Ostern sämtliche Ausflüge absagen.

„Wir waren völlig überrascht“, sagt Hilde Bohl über die Nachricht aus Frankreich, die die Mittelpunktschule diese Woche erreicht hat. Bohl organisiert den jährlichen Austausch mit und hofft, dass die Fahrt nachgeholt werden kann. Denn auch die Schüler seien enttäuscht.

Dem Gegenbesuch im Mai steht derweil nichts im Weg, denn: „Hier ist es ja sicherer als dort“, sagt Bohl. Die Organisatoren seien aber „böse am Rotieren“, damit die Fahrt nach Frankreich nur verschoben wird und nicht ganz ausfällt. „Das wäre schade.“

Seit 28 Jahren besuchen Schüler der MPS Goddelsheim Schüler der Partnerschule nahe der französischen Hauptstadt, und umgekehrt. Einmal sei die Fahrt bereits abgesagt worden, nachdem es in der U-Bahn von Paris Anschläge gegeben hatte. Wegen Terrorgefahr erlebten die Lichtenfelser Schüler mit ihren französischen Freunden in Paris schon vor einigen Jahren, wie die Polizei verstärkt auf Sicherheit bedacht war. Es durften sich nie mehr als fünf Menschen öffentlich in einer Gruppe aufhalten, damit vermeintliche Terroristen keine Motivation gehabt hätten, dort zum Beispiel eine Bombe zu zünden. Das berichtet Hilde Bohl.

Die Mittelpunktschule sucht nun nach einem neuen Termin, so dass die Goddelsheimer Schüler nach Frankreich reisen können, damit der Austausch nicht einseitig wird, sagt die Schulleiterin.

Von Stefanie Rösner

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.