Einzige Uferschwalben-Kolonie im Landkreis Waldeck-Frankenberg bei Lütersheim

Schwalben in der Grube

Uferschwalben: Nach mehrjähriger Abwesenheit sind die eleganten Flieger im Kreis wieder heimisch geworden. In einer Sandgrube bei Lütersheim brüten 110 Paare. Foto:  dpa

Lütersheim/Volkmarsen. Mit acht Paaren fing es 2008 an, inzwischen brüten 110 Uferschwalben-Paare in einer Sandgrube bei Lütersheim. Der Bad Arolser Naturschützer Maik Sommerhage hatte die Population 2009 erstmals entdeckt. Mit Spannung verfolgt er die Entwicklung der einzigen Uferschwalben-Kolonie in Waldeck-Frankenberg.

2010 hatten die meisten Brutpaare die Sandgrube verlassen und waren in die Ziegelei nach Volkmarsen umgezogen. In diesem Jahr stellte Sommerhage die umgekehrte Entwicklung fest. In der Ziegelei, wo er im vergangenen Jahr 47 Brutröhren gezählt hatte, fand er keine Uferschwalben mehr. Dafür stieg der Bestand in der Lütersheimer Sandgrube auf 110 Paare.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus, denn die Vögel ließen lange auf sich warten. Vermutlich wegen schlechten Wetters im Mittelmeergebiet trafen die ersten, wenigen Paare in der ersten Mai-Woche ein. Erst 14 Tage später gab es noch „einen richtig ordentlichen Schwung“, erzählt Sommerhage, der beim Naturschutzbund-Landesverband in Wetzlar arbeitet.

Nach seiner Beobachtung finden die Vögel am Twistesee und auf den extensiv bewirtschafteten Flächen um Lütersheim gute Futterbedingungen. Seit 40 Jahren hat es keine so große Kolonie mehr im Kreis gegeben, hat Sommerhage herausgefunden.

Froh ist er, dass der Sandgruben-Besitzer mitzieht und die Kolonie bei Arbeiten schont. „Der Besitzer freut sich mit uns“, sagte Sommerhage. Gemeinsam wurde bereits überlegt, wie Steilwände für die Vögel erhalten oder geschaffen werden können. Uferschwalben brauchen Steilwände, in denen sie ihre Brutröhren anlegen können.

Noch zwei andere, im Kreis bisher sehr ungewöhnliche Arten hat Sommerhage im Raum Lütersheim/Volkmarsen beobachtet. Bei Lütersheim scheinen sich die Orpheusspötter zu etablieren. Dieser Singvogel breitet sich im Zuge des Klimawandels weiter aus.

Sommerhage hatte die Orpheusspötter erstmals im Landkreis bei Lütersheim gefunden. In diesem Frühjahr stellte er zunächst drei singende Männchen fest. In den vergangenen Tage konnte er allerdings nur noch zwei Paare beobachten, die für ihren Nachwuchs dort Futter suchten.

Im Wandetal zwischen Volkmarsen, Herbsen und Külte hat der Arolser Ornithologe das größte Brutvorkommen im Landkreis der Wiesenschafstelze gefunden. 18 Brutpaare hat Sommerhage dort gezählt. Bisher wurden die Tiere nur vereinzelt im unteren Edertal als Brutvogel registriert. (ber)

Kopf der woche

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.