Sie ist sein Schatz seit 70 Jahren: Gnadenhochzeit bei Familie Selig

Elfriede (94) und Johann Selig (92) freuen sich, nach 70 Jahren Ehe die Gnadenhochzeit zu feiern. Foto: nh

Asel. Ihren schönsten Urlaub verbrachten Johann und Elfriede Selig 1998 im Bibelfreizeitheim in Asel. Das gefiel ihnen so gut, dass sie jetzt sogar dauerhaft am Edersee wohnen. Heute feiern sie dort im Altenpflegeheim Auf dem Weinberg das seltene Fest der Gnadenhochzeit.

Gnadenhochzeit - das heißt 70 Jahre verheiratet. Voller Dank sind die beiden für all die Ehejahre, die nicht frei von Spannungen waren, aber von Liebe und Treue begleitet. So beschreibt der 92-jährige Johann (Hans) Selig die Zeit mit seiner Elfriede, die Friedel genannt wird. Das ist ein guter Grund für die Jubilare, heute mit ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln zu feiern.

Eine Liebesheirat war es zwischen Johann Selig und seinem „Schatz“. Der Krieg hat sie zusammengebracht. Er berichtet: „Elfriede war in der Post von Saalfeld an der Saale als Luftwaffenhelferin tätig, ich als Soldat in der Kaserne von Beulwitz, nahe bei Saalfeld, als Telefonist. So kamen die Bomber der Amerikaner und Engländer immer näher, bis meine Luftwaffenhelferin mir zurief ,Alarm! Alarm!’ So wurde der Alarm im ganzen Bezirk ausgelöst. Wir kamen uns langsam näher, und verabredeten ein Rendezvous, etwa 80 Meter von ihrer Dienststelle entfernt, aber noch im Bereich der Post. Was da geschah, war Liebe auf den ersten Blick.“

Der spätere Diplom-Ingenieur und die Hausfrau heirateten am 27. September 1944 in Saalfeld an der Saale.

Später lebten sie in Blankenburg (Harz), dann zogen sie in den Westen, und 1964 ging es von Gelsenkirchen nach Butzbach. „Uns wurden drei Töchter und ein Sohn geschenkt.“

Rezept für lange Ehe 

Ihr Rezept für ein glückliches Leben zu zweit: „In einer richtigen Ehe müssen Mann und Frau gut zusammen arbeiten. So ging nicht alles mit der Erziehung der Kinder nach Wunsch. Wenn wir aber darüber nach 70 Jahren nachdenken, wollen wir unserem Gott trotzdem dankbar sein.“ Ein Sohn hatte einen schweren Unfall mit lebenslangen gesundheitlichen Folgen. „Auch Menschen, die auf der ganzen Linie Gott vertrauen wollen, haben so manches Leid zu erdulden“, sagt Johann Selig. Und trotzdem nimmt er die Gnadenhochzeit zum Anlass, zu betonen: „Danke, Lob und Ehre unserem gütigen und gnädigen Gott.“ (srs)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.