Service für Arzttermine wird wenig nachgefragt

Warten, bis man an der Reihe ist. Ob das mit Blicvk auf Facharzt-Termine bei Vermittlung über die neue Servicestelle schneller geht, ist offen. Foto: Fotolia/Piselot

Waldeck-Frankenberg. Die Vermittlung von Facharzttermine wird selten nachgefragt. Die Kassenärztliche Vereinigung fühlt sich in ihrer Kritik an dem Angebot bestätigt.

Seit 25. Januar vermittelt die neue Servicestelle in Frankfurt Termine bei Fachärzten für Kassenpatienten. Damit erfüllt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Hessen einen gesetzlichen Auftrag. Schon in der Anlaufphase sieht sich die KV in ihrem grundsätzlichen Urteil bestätigt: Ausgaben in Millionenhöhe mit zweifelhaftem Nutzen für ein Problem, das es - wenn überhaupt - nur vereinzelt gibt. Die Nachfrage sei sogar noch geringer, als erwartet, sagt Frank Dastych, HNO-Arzt aus Bad Arolsen und KV-Vorsitzender.

Erste Erfahrungswerte im Landkreis Waldeck-Frankenberg bestätigen das: Dr. Bernd Himmel, Neurologe in Frankenberg, hat inzwischen acht Termine gemeldet. Ein Patient war angekündigt, hat den Termin aber nicht wahrgenommen. Himmel hält die Servicestelle für überflüssig: „Hier funktioniert das auch so.“

Der direkte Draht zwischen Hausärzten und Fachärzten habe sich bewährt und sei der beste Weg, ist die einhellige Meinung der Befragten.

Wolfram Schmidt-Betschel vom Augen-Diagnostik-Centrum Waldeck-Eder in Bad Wildungen hat ebenfalls noch keinen Patienten über die Servicestelle empfangen. „Das geht völlig an der Realität vorbei. Hier ist ein Problem behandelt worden, dass es gar nicht gibt - eine rein politische Entscheidung“. Akute Fälle wie etwa Entzündungen behandle er noch am selben Tag - der Patient brauche nur anzurufen. Nur bei Fällen, die nicht dringend sind, gebe es Wartezeiten, auch bis zu mehreren Monaten.

Dr. Stefan Herrmann, Radiologe aus Korbach, sieht das genauso: „Wir haben zwar vier bis sechs Wochen Wartezeit bei Kernspin-Terminen, aber wenn ein Kollege wegen eines vordringlichen Falls anruft, geht das viel schneller.“

Hausärzte, die Patienten nur in dringenden Fällen an die Servicestelle überweisen dürfen, sehen das ähnlich.

Von Christiane Deuse

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