Ein Rollstuhl mit Liftfunktion macht Alexandros Sintichakis das Leben im BBW leichter

Sitzen wie auf Wolken

Auf Augenhöhe: Alexandros Sintichakis und Lothar Steiner (Ausbildung Wirtschaft und Verwaltung) im Gespräch auf. Mit Hilfe der Liftfunktion kann sich der junge Mann bis 80 Zentimeter in die Höhe bewegen. Foto:  nh

BAD AROLSEN. „So ein tolles Teil - unfassbar“, schwärmt Alexandros Sintichakis und testet voller Begeisterung einige der vielzähligen Funktionen seines neuen elektrischen Rollstuhls mit Liftfunktion. „Der hat sogar eine Liftfunktion. Damit kann ich mir jetzt die Aktenordner aus dem Büroregal einfach selbst herausholen und muss niemanden um Hilfe bitten“, schwärmt Sintichakis, der im Berufsbildungswerk (BBW) Nordhessen eine Ausbildung zur Bürokraft absolviert.

„Das großartige Gefühl kann ich gar nicht in Worte fassen.“

Alexandros Sintichakis

Der 25-Jährige kann sich kaum bewegen, lediglich seine Unterarme setzt er eingeschränkt ein. Grund ist eine schwere Körperbehinderung - eine Tetraparese, die alle vier Extremitäten lähmt. Von klein auf sitzt der junge Mann im Rollstuhl und bemüht sich um größtmögliche Selbstständigkeit und Mobilität. Umso mehr freut er sich nun über die ausgefeilte Technik in seinem neuen Elektrorollstuhl. Der alte Rollstuhl erfüllte für ihn seinen Zweck, um von A nach B zu kommen. Der neue Rollstuhl ist exakt dem Behinderungsgrad angepasst und bietet viele individuelle Einstellungsmöglichkeiten. Damit ist es auch möglich, eine Liegendposition zur Behandlung oder zur Ruhe einzunehmen. „So weiche Polster - ich sitze wie auf Wolken“, schmunzelt der stolze Besitzer.

Das mit modernster Technik ausgestattete Gefährt stammt von der Firma Paravan, einem Unternehmen für behindertengerechte Fahrzeugumbauten. Ausgestattet mit crashgetestetem Sitz und Fahrwerk sowie einem integrierten Vier-Punkt-Gurt ist der Rollstuhl tauglich für Pkw. Bemerkenswert ist, dass er gleichzeitig als Autositz dient.

„Durch die technische Unterstützung ist Herr Sintichakis wesentlich weniger auf fremde Hilfe angewiesen und kann seinen Alltag viel selbstständiger bestreiten“, freut sich Dr. Ecke Tammen, Reha-Mediziner des BBW Nordhessen.

„Was es heißt, von morgens bis abends im Rollstuhl zu sitzen und ständig auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, kann sich ein gesunder Mensch gar nicht vorstellen. Trotzdem bedurfte es einiger Bemühungen, bis die Kostenträger einer solchen adäquaten Versorgung zugestimmt haben“, erläutert Tammen.

Mit einer kurzen, selbst verfassten Rede bedankte sich der 25-Jährige bei den Menschen, die sich dafür eingesetzt haben, dass er ab jetzt ein erhebliches Stück unabhängiger sein kann. „Das großartige Gefühl kann ich gar nicht in Worte fassen. Es ist für mich ein ganz besonderer Tag“, schildert der junge Mann und ist gespannt auf die kommende Zeit, in der er den Rollstuhl „auf Herz und Niere“ testen kann. (nh/mov)

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