Resolution geplant

Sparzwang: Sie kämpfen für Ehringer Bücherei

Für die Bücherei stark machen: Ortsvorsteher Günther Henkelmann (ganz hinten), Büchereileiterin Christa Haupt (Dritte von rechts), Ortsbeiratsmitglieder und einige Leser. Foto:  Keim

Ehringen. Enttäuschung und Unverständnis über die geplante Schließung der Ehringer Bücherei herrscht derzeit bei den Lesern und dem Ortsbeirat.

„Es kann nicht sein, dass bestehende und funktionierende Strukturen in den Ortsteilen kaputt gemacht werden“, sagt Ortsvorsteher Günter Henkelmann auch im Hinblick auf die geplante Kürzung des Zuschusses für das Ehringer Schwimmbad.

Der Ortsbeirat werde eine Resolution zur Erhaltung der Bücherei an den Magistrat abgeben. Natürlich wisse man um die Notwendigkeit der Sparmaßnahmen im Zuge des Rettungsschirms, jedoch betreffen alle Sparaktionen meist die Ortsteile, so der Vorwurf. Die Summe, die eingespart werden könnte, zweifelt der Ortsbeirat an.

Büchereileiterin Christa Haupt werde mit zwei Wochenstunden ehrenamtlich vergütet, hinzu komme ein Bücherzuschuss, der sich nach Ausleihen richtet. 2013 waren es 1400 Ausleihen und nach Einschätzung von Haupt nur etwa 100 Ausleihen weniger als in der Bücherei in Volkmarsen. Daher kann auch sie die geplante Schließung nicht nachvollziehen. „Die Volkmarser Bücherei hat zwei Öffnungstage und zwei Personen beschäftigt. Warum wird hier nicht erst mal eingespart?“

„Der Raum im alten Rathaus, in dem die Bücherei untergebracht ist, wird sinnvoll genutzt“, sagt Ortsvorsteher Henkelmann. Bei einer Schließung wäre auch hier Leerstand, dennoch würden die Kosten für das Gebäude bleiben. Dass die Bücherei so gut frequentiert ist, sei auch dem Engagement von Christa Haupt zu verdanken. Fast jede Woche bringt sie Bücher zu Lesern nach Hause, die nicht selbst kommen können.

Einen Teil ihrer ehrenamtlichen Vergütung hat sie schon in die Anschaffung neuer Bücher investiert und auch Dank Leserspenden kann die Ehringer Bücherei immer wieder mit neusten Büchern versorgt werden. Der Großteil der Büchereibesucher gehört zum Seniorenalter. „Was sollen wir denn machen, wenn in Ehringen keine Bücherei mehr ist“, beklagt eine ältere Leserin, „Wie sollen wir nach Volkmarsen kommen?“ Die Ehringer Leser sind bereit, zur Erhaltung beizutragen und auch Christa Haupt verzichtet gern auf ihre Vergütung, wenn so die Bücherei gesichert bleibt. (ysk)

Mehr über die Streichung von Zuschüssen und hitzige Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung lesen Sie am Samstag in der gedruckten Ausgabe der Waldeckischen Allgemeinen.

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