Starke Nachfrage nach kleinem Waffenschein und Pfefferspray 

Waldeck-Frankenberg. Die Zahl der Anträge für kleine Waffenscheine hat in Waldeck-Frankenberg in den vergangenen Monaten erheblich zugenommen. Seit August/September 2015 sind es kontinuierlich mehr geworden, teilt der Landkreis mit, der die kleinen Waffenscheine ausstellt.

„Seit Januar 2016 haben sich die Antragszahlen nochmals erheblich erhöht“, erklärt eine Sprecherin. 

Im Jahr 2015 beantragten demzufolge 80 Menschen die Erlaubnis, eine Waffe kaufen, halten und mitführen zu dürfen. Alleine im Januar dieses Jahres waren es bislang schon 75. Zum Vergleich: Im Januar 2015 waren es insgesamt nur vier.

Diese Entwicklung spiegelt auch die Tendenz in anderen Regionen und den Nachbarlandkreisen wider. Als Gründe werden die gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland angenommen. Die steigende Zahl von Flüchtlingen und die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in Köln verunsicherten viele Menschen, sagt die Polizei.

Aber sie betont, dass sich die Gefahrenlage in unserer Region nicht erhöht habe. Es gebe keinen Anlass, um sich zu bewaffnen. Die Polizei rät hingegen davon ab: Schreckschusswaffen oder Pfefferspray gäben ein Gefühl der Sicherheit, das trüge. In einer Notlage bestehe eher die Gefahr, dass der Angreifer dem Opfer das Pfefferspray wegnehme.

Die große Nachfrage nach Pfefferspray spüren vor allem die Kaufleute im Landkreis. Die Vorräte in den Lagern gingen bald zur Neige, bei den Lieferungen stocke es, berichtet Alexander Finger, Geschäftsführer des Werkmarktes Eisen-Finger in Frankenberg. Ob Männer oder Frauen, Junge oder Alte – die Kunden, die Pfefferspray nachfragten, seien aus allen Gruppen der Gesellschaft. Sie würden sich damit schützen wollen. Finger weist aber darauf hin, dass Pfefferspray nicht gegen Menschen eingesetzt werden dürfe.

Rubriklistenbild: © dpa

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