Hoeneß-Effekt und höhere Strafzinsen

Mehr Selbstanzeigen: Steuersünder sorgen für Rekordeinnahmen

Waldeck-Frankenberg. Die Finanzämter in der Region profitieren offenbar von verschärften Regeln und vom Medienrummel um den Fall des FC-Bayern-Promis Uli Hoeneß. Der sitzt mittlerweile ja wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis - gleichzeitig ist die Zahl der Selbstanzeigen bei Steuerdelikten in der Region deutlich gestiegen.

Deutlich über 300 Selbstanzeigen gab es im Bereich von Nord- und Osthessen dieses Jahr bereits. Das sind schon rund 100 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

In ganz Hessen haben sich im ersten Halbjahr bereits mehr als 2200 Steuersünder selber angezeigt, um straffrei auszugehen. Zusammen zahlen sie über 150 Millionen Euro nach.

Gesonderte Fallzahlen und Summen für den Landkreis Waldeck-Frankenberg werden nicht veröffentlicht. Einen Hoeneß-Effekt gibt es aber im Grundsatz überall, da sind sich Fachleute wie Moritz Venner vom Bund der Steuerzahler (Hessen) sicher.

65 Mio. Euro Steuern mehr 

Die Finanzämter erwarten also dieses Jahr Rekordsummen. Allein aus der hiesigen Region - aus dem Bereich des Finanzamts Kassel II/Hofgeismar, zu dem auch Waldeck-Frankenberg gehört  - fließen für die Monate bis Juli 2014 über 65 Millionen Euro an Mehrsteuern in die Landeskasse, gerade mal 10 Millionen waren das im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Im Durchschnitt zahlt ein Steuersünder über 50.000 Euro nach.

Regeln verschärft 

Hintergrund ist offensichtlich die Verschärfung der Regeln zur strafbefreienden Selbstanzeige, die vergangene Woche das Kabinett passiert hat. Es gibt sie als Besonderheit im deutschen Steuerrecht seit 1919. Jetzt haben die Länder wesentlich höhere Strafzinsen von bis zu 20 Prozent und verlängerte Verjährungsfristen zum 1. Januar 2015 beschlossen. (aqu/mam)

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