Fotokalender wirbt für Toleranz

Stillen in der Öffentlichkeit: Korbacher Mütter machten positive Erfahrungen

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Julyan, Jolina, Luc, Moritz, Silas und Oscar: So heißen die sechs bis acht Monate alten Babys der Mütter, die montagmorgens die offene Still- und Krabbelgruppe der Elternschule am Stadtkrankenhaus besuchen. Manche geben ihren Kindern Milch aus der Flasche, andere stillen seit der Geburt.

Korbach. Stillen in der Öffentlichkeit: Dieses Thema hat rund um Kassel hohe Wellen geschlagen. Mit einem Fotokalender möchte eine Mutter für Toleranz werben, wenn Frauen ihr Kind an der Brust anlegen. Denn sie und andere Mütter haben Anfeindungen erlebt, als sie ihre Babys gestillt haben.

Solche schlechten Erfahrungen haben die Mütter nicht gemacht, die in Korbach die offene Still- und Krabbelgruppe der Elternschule am Stadtkrankenhaus besuchen. „Im Gegenteil“, sagt Manuela Scriba. Die Mutter eines Sohnes ist eher auf positive Rückmeldungen gestoßen, wenn Fremde sie beim Stillen gesehen haben.

Viele Frauen geben ihren Kindern nicht nur zuhause die Brust, sondern auch wenn sie unterwegs sind. Wenn das Baby während der Einkaufstour, im Café oder Restaurant hungrig wird, kann die Mutter gleich reagieren. „Es ist einfach, man muss zum Füttern nichts mitnehmen“, sagt eine Mutter.

Frauen in Kassel waren auf Kritik gestoßen, als sie zum Beispiel in der Straßenbahn ihr Baby anlegten. Für das „Natürlichste der Welt“ fordern sie mit dem Foto-Projekt „Still-Leben“ mehr Akzeptanz. „Die Flaschengeneration kennt das nicht“, sagen auch die Korbacher Mütter. Für viele ältere Menschen sei es befremdlich, wenn Babys in der Öffentlichkeit die Brust gegeben wird.

Einige Frauen haben noch immer Hemmungen. „Ich habe die Öffentlichkeit gemieden und mir eher eine ruhige Ecke zum Stillen gesucht“, berichtet eine der Mütter. „Ich bin nicht der Typ, der sich überall hingesetzt und ausgepackt hat.“ Für diejenigen, die sich das Stillen nicht überall trauen, gibt es in der Stadt Korbach ausgewiesene Still-Ecken, zum Beispiel im Rathaus. Außerdem könne man die Brust ja mit einem Schal bedecken, wenn man von anderen Menschen umgeben ist, wissen die Mütter aus Erfahrung.

Wie Hebammen und Ärzte zum Thema Stillen stehen, lesen Sie in der Mittwochsausgabe der Waldecker und Frankenberger HNA.

Von Stefanie Rösner

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