Nach Suizidandrohung zum Spaß: Großeinsatz

Bad Arolsen. Aus Spaß haben junge Leute am späten Samstagabend den Selbstmord einer Schwangeren angekündigt – ein Großeinsatz mit 100 Rettungskräften war die Folge.

Bei der Arolser Polizei hatte eine junge Frau angerufen und angegeben, schwanger zu sein und sich auf der Bahnstrecke zwischen Bad Arolsen und Volkmarsen das Leben nehmen zu wollen. Die Leitstelle alarmierte daraufhin zunächst eine Rettungswagen-Besatzung und den Arolser Notarzt.

Die Retter begannen, die Bahnstrecke nach der Frau abzusuchen. Zusätzlich informierte die Arolser Polizei die für Bahnanlagen zuständige Bundespolizei, die die Strecke sperren ließ, sowie die Feuerwehren der Städte und Ortsteile entlang der Bahnstrecke. So rückten wenig später etwa 100 Einsatzkräfte aus, um die Bahnlinie nach der vermeintlich Lebensmüden abzusuchen.

Die Bad Arolser Feuerwehr setzte dabei nach Auskunft des stellvertretenden Stadtbrandinspektors Michael Seebold die so genannten und für Bahnunfälle vorgesehenen Aufgleiswagen zum Schieben auf den Schienen ein. Damit lässt sich Material, aber auch ein Patient bis zum Rettungswagen transportieren.

Die Bad Arolser Feuerwehrleute unter Leitung von Wehrführer Gordon Kalhöfer begannen mit der Suche vom Arolser Bahnhof aus in Richtung Wetterburg. Den Aufgleiswagen bestückten die Brandschützer mit einem Stromerzeuger, zwei 1000-Watt-Strahlern, einer Schleifkorbtrage, einem Notfallrucksack und einer Wärmebildkamera. Vom Fischhaus aus in Richtung Volkmarsen waren die Wetterburger Kameraden eingesetzt.

Die Feuerwehr Külte begann am Bahnhof Külte in Richtung Volkmarsen. Von dort aus kamen ihnen – ebenfalls zu Fuß – die Volkmarser Kameraden entgegen. Sie standen unter Einsatzleitung von Stadtbrandinspektor Eberhard Henkelmann.

Die Polizei, die mit mehreren Streifen im Einsatz war, brach die Personensuche dann am späten Abend ab – die Suizidandrohung sei lediglich „grober Unfug“ gewesen, hieß es am Morgen. Der Polizei gelang es jedoch, die „Schwangere“ und einen Freund – beide 16 und 15 Jahre alt – als Verursacher zu ermitteln.

Auf sie kommt nun wahrscheinlich die Rechnung für den unnötigen und für alle Beteiligten wohl sehr ärgerlichen Einsatz zu.

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