Tierische Weihnachtsgeschichte: Schafbock und tragende Ziege finden Bleibe in Stall

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Tierische Weihnachtsgeschichte: Eine tragende Burenziege und ein stattlicher Heidschnucken-Schafbock auf der Flucht haben im Stall der Familie Stolle in Willershausen eine vorübergehende Bleibe gefunden.

Willershausen. Eine tragende Burenziege und ein stattlicher Heidschnucken-Schafbock haben bei Familie Stolle im kleinen Burgwalddorf Willershausen vorübergehend Asyl gefunden. „Maria und Josef" leben seit vier Wochen in einem Stall am Dorfrand.

Es geschah an einem Donnerstagmorgen Mitte November: Am Willershäuser Forsthaus (bei Rosenthal) wurden die Vierbeiner zum ersten Mal gesichtet. Sie liefen am Waldrand entlang Richtung 80-Einwohner Dorf. „Als der Schulbus kam, standen sie am Wendeplatz“, erzählt Albrecht Stolle, der die beiden Flüchtlinge mit Heu auf seinen Hof lockte. Dort leben neben Hühnern, einer Katze und einem Hund auch drei Ouessant-Schafe.

Schnell fanden die zahme Burenziege und der ängstliche Heidschnuckenbock Anschluss und nahmen auch den mit Stroh eingestreuten Stall an. Stolle informierte zuerst die Polizei und später auch das Veterinäramt. Doch trotz intensiver Recherchen konnte bisher kein Eigentümer der Tiere ermittelt werden.

Die gelbe Marke im rechten Ohr der Ziege weist auf einen Züchter in Frankenau hin, der das Tier vor mehreren Jahren vermutlich nach Edertal verkauft hatte.

In Schäferkreisen wird häufiger von Flüchtigen berichtet, die in Feld und Wald unterwegs sind. Ob der Schafbock und die Ziege schon immer zusammen lebten oder sich auf der Flucht kennen gelernt haben, ist ebenfalls unklar. Ein erfahrener Schäfer begutachtete die Tiere und bescheinigte einen guten Zustand. Schleunigst nachgeholt wurde nur die Klauenpflege beim stattlichen Schafbock, der mit Hilfe von drei Männern im Stall gefangen wurde. Er wird auf mindestens vier Jahre geschätzt und besitzt ein prächtiges Gehörn.

Noch älter ist die Ziege, die aufgrund ihres dicken Bauches hoch tragend zu sein scheint. „Jetzt warten wir aufs Christkind“, sagt Birgit Blum-Stolle ganz gespannt. Burenziegen können auch Zwillinge oder Drillinge bekommen.

Seit vier Wochen leben „Maria und Josef“ nun bei der tierlieben Familie in Willershausen. Sie werden mit Heu sowie kleinen Leckerbissen verwöhnt: Eicheln, Kastanien oder Grünkohl frisst die zutrauliche Maria sogar aus der Hand, während Josef im Abstand von zwei bis drei Metern bleibt.

Birgit Blum-Stolle hat viel Freude an den beiden Neuankömmlingen. Trotzdem hofft sie, dass der rechtmäßige Eigentümer der Tiere noch gefunden wird oder sich bei ihr meldet. (sr)

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