Anzahl der Plätze bleibt gleich

Hofgut Rocklinghausen wird für zwei Mio. Euro umgebaut

Spatenstich: (von links) Bauunternehmer Jörg Marpe, Vorstandsmitglied Christoph Hille, Einrichtungsleiter Bernd Kramer, der Sprecher des Wohnbereichs Norman Shaw und Architekt Uno Kleine. Fotos: Heike Saure

Twiste. Was im Jahr 1983 gut und richtig war, entspricht heute längst nicht mehr den Bedürfnissen und Bedarfen der Bewohner des Hofgutes Rocklinghausen des Lebenshilfe-Werkes Waldeck-Frankenberg.

2,15 Millionen werden in der Einrichtung in die Hand genommen, um mehr Barrierefreiheit zu erreichen und die derzeit 47 Bewohnern in Einzelzimmern unterzubringen.

Vorstandsmitglied Christoph Hille ist froh, dass nach jahrelangen Planungen nun der Spatenstich für einen Erweiterungsbau des Wohnbereichs I erfolgt ist. „Inklusion heißt, dass ich die Wahlmöglichkeit habe, nicht, dass alle Betreuten zentral in Korbach untergebracht werden müssen“, unterstreicht Hille die Entscheidung, in Rocklinghausen zu investieren. Lange wurde mit dem Landeswohlfahrtsverband darüber diskutiert, ob die Wohnform fernab vom Ort noch zeitgemäß ist. Letztendlich wurde das Angebot vom Arbeiten und Leben auf dem Bauernhof als ein Baustein gesehen, der die Unterschiedlichkeit gewährleistet.

1,35 Millionen Euro übernimmt der Landeswohlfahrtsverband, die Aktion Mensch trägt mit 110.000 Euro zum Erweiterungsbau bei, sodass der Eigenanteil des Lebenshilfe-Werkes Waldeck-Frankenberg 690 000 Euro beträgt.

Der Bedarf hat sich nicht nur über die Jahre und mit zunehmendem Alter der Bewohner geändert, sondern auch mit der Zeit. Einrichtungsleiter Bernd Kramer berichtet von immer mehr Schülern mit sozial-emotionalem Förderbedarf, die nicht in das Bild der klassischen geistigen Behinderung passen, aber als Erwachsene trotzdem einer Anschlussbetreuung bedürfen.

Der Wohnbereich I wird den Bedürfnissen der 47 Bewohner angepasst, die zum Teil seit der Einweihung in 1983 dort leben. Mit dem Alter haben sich diese Bedürfnisse auch geändert, weiß Kramer um die Notwendigkeit eines Fahrstuhls, um die drei Geschosse barrierefrei miteinander zu verbinden. Je nach Wetterlage soll der 25 Meter lange Bau im April gerichtet werden, Ende kommenden Jahres sollen die Bewohner die Einzelzimmer, die jeweils mit Nasszelle ausgestattet werden, beziehen können.

Insgesamt wird sich an der Zahl der Plätze nichts ändern, allerdings werden dann nur noch 43 statt 47 stationäre Plätze zur Verfügung stehen. Im Erdgeschoss wird ein vergrößerter Gemeinschaftsraum zur Verfügung stehen. Im Obergeschoss wird die Form des vorhandenen Satteldachs im Bestand für den Erweiterungsbau nicht aufgenommen, um das Problem der Dachschrägen zu umgehen.

Die neue Dachschräge weist außerdem einen optimalen Winkel für eine Fotovoltaikanlage auf, sodass das Hofgut anschließend 95 Prozent seines Strombedarfs selbst generieren wird und so quasi zum Selbstversorger wird.

Von Heike Saure

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