57-Jähriger zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt

Twistetal: Frau eingesperrt und mit Wurfmesser bedroht 

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Ein „klärendes Gespräch“ zwischen einem 57-jährigen Twistetaler und seiner Ex-Freundin ist im Januar eskaliert: Der Mann verschloss die Wohnungstür und bedrohte die heute 49-Jährige mit einer Schreckschusspistole und einem Artistenwurfmesser.

Ein „klärendes Gespräch“ zwischen einem Twistetaler und seiner Ex-Freundin ist im Januar eskaliert: Der Mann verschloss die Wohnungstür und bedrohte die Frau mit einer Schreckschusspistole und einem Artistenwurfmesser.

Das stand am Ende der Verhandlung am Korbacher Amtsgericht für Richterin Kanold fest, die ihn wegen Freiheitsberaubung und Bedrohung zu zehn Monaten Haft verurteilte. Der Angeklagte stritt die Straftaten ab.

Gut sieben Monate nachdem sie sich kennenlernten, hatte die nun in Haina (Kloster) lebende Frau den Mann verlassen. Auch wenn sie kein gutes Gefühl gehabt habe, sei sie auf seine Bitte zu einem Gespräch in seine Wohnung gekommen, schilderte sie. Stark alkoholisiert sei er gewesen, aber das habe sie „nicht das erste Mal so erlebt“. Einige Minuten hätten sie ruhig geredet, doch irgendwann sei er aufgesprungen, habe die Tür verschlossen, Pistole und Messer aus dem Schreibtisch geholt und sie bedroht: „Er hätte jetzt gute Lust, sich und mich zu erschießen“, habe er gesagt.

Sie habe sich ruhig verhalten, auf ihn eingeredet, ihm alles mögliche versprochen; „Was man eben so sagt, um den wieder auf ein normales Level zu kriegen.“ Als er sich nach geschätzt einer Stunde beruhigt habe, nahm sie den Schlüssel und ging. Anzeige erstattete sie laut des zuständigen Polizisten am nächsten Tag, nachdem der Mann ihr weiter nachgestellt habe und sie aus Sorge den Wohnort wechselte.

Der Twistetaler behauptete derweil vor Gericht, die Waffen in seinem Schreibtisch nicht angerührt zu haben, der Wohnungsschlüssel habe gesteckt: „Sie hätte jederzeit gehen können.“ Die Schreckschusspistole sei überhaupt nicht funktionstüchtig gewesen, was die Frau auch gewusst hätte. Das bestritt sie: „Ob die Waffe funktioniert oder nicht, das kann ich nicht erkennen, wenn die mir jemand vor die Nase hält.“ Das Messer war derweil nicht scharf, aber spitz – es ist dafür gedacht, in Holz stecken zu bleiben.

Eine Tendenz, dem Mann etwas anzuhängen, sahen Richterin und Staatsanwältin beim Opfer nicht, auch beim Strafmaß waren sie sich einig. Die Strafe setzte das Gericht zur Bewährung aus.  

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